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Ein Hoch dem Leben auf dem Lande!

Von Florian Stickel 12. Aug 2013 10:50
(c) ManhattanWladimir Kaminer liebt Berlin. Doch er ging den Weg vieler Städter und suchte den Ausgleich zum urbanen Leben auf dem Land. Nun verbringt er seine Wochenenden in Brandenburg, weitab von großstädtischem Trubel - und fühlt sich inspiriert zu neuen Geschichten.

 

Sein neues Buch widmet sich nun jener Welt, die so ganz anders zu sein scheint als die Großstadt. Schräge Dorfbewohner und ungewöhnliche Nachbarn bevölkern "Diesseits von Eden", und Kaminer erfreut uns mit pointierten Beobachtungen über sie und ihr Dorf Glücklitz. Und es ist wie immer erstaunlich, was es unmittelbar vor der eigenen Haustür zu erleben gibt. Besonders, wenn ein geistreicher Autor genau hinsieht und uns auf seine Entdeckungen aufmerksam macht. Danke dafür, Wladimir Kaminer.

 

Wann ist ein Mann ein Mann?

Von Florian Stickel 26. Jul 2013 14:37

Für immer Juli (c) Maro VerlagSchwere Zeiten in München: Juli verliert Freundin, Job und die Selbstachtung. Unzufrieden mit sich und der Gesamtsituation, erfindet sich der Musikjournalist neu. Getreu dem Motto "Schluss mit luschig" zieht er einen Schlussstrich unter die Existenz seines alten Ichs als verständnisvoller, kultivierter netter Kerl und sucht den Drecksack in sich. Was, erwartungsgemäß, zu allerlei Irrungen und Wirrungen führt...

 

Bernhard Blöchls Debutroman schnappt sich ein bekanntes Thema und macht ENDLICH was Vernünftiges daraus. Und ENDLICH bietet jemand den vielen "netten" Til-Schweiger-Romcoms und Jaud-Büchern Paroli, ENDLICH hebt ein Buch das Dilemma des modernen Mannes aus der klamaukigen Herzschmerz-Ecke wieder auf eine ernstzunehmende, wenn auch amüsante Position. Wann ist ein Mann ein Mann, fragt Grönemeyer, und was für einen Mann wollen Frauen überhaupt, fragt Blöchl.

 

Wunderbar geschrieben ist sein Buch, flott, witzig und schlau zugleich. Mit einer Hauptfigur, die so überzeugend charakterisiert ist, dass man sie am Ende nicht gehen lassen möchte. "Für immer Juli"? Auf jeden Fall "Mehr Juli", bitte.

 

Bernhard Blöchls Website

 

Mörderjagd & Romantik auf Zeitreise

Von Florian Stickel 2. Mrz 2013 23:02

Zurück nach Hollyhill - Bild: (c) HeyneDamit war nicht zu rechnen: Kaum hat Emily ihr Abi in der Tasche erhält sie einen Brief, den ihre lange verstorbenen Mutter für sie hinterlegt hatte. Die 17-jährige wird auf die Fährte eines Familiengeheimnisses gesetzt, das sich gewaschen hat. Sie muss ins englische Hollyhill reisen, das Heimatdorf ihrer Mutter, um endlich mehr über sie und auch sich selbst zu erfahren. Dieser Ort ist nicht so leicht zu finden, er taucht auf keiner Karte auf, scheint nicht mal zu existieren.  Denn Hollyhill ist ein Ort, der durch die Zeit reist – und mit ihm seine Bewohner. Welchen Sinn das hat, und welche Rolle ihre Mutter dabei spielt – das will Emily endlich herausfinden. Da kommt ihr bei ihrer Suche der geheimnisvolle Matt als Helfer gerade Recht. Doch dann taucht das Böse auf und macht Jagd auf die junge Frau...

 

Ich bin nun wirklich nicht die Zielgruppe von romantischen Fantasyromanen. Verliebte Vampire und Werwölfe sprechen eher junge Frauen an, das war schon immer so. Bis eine Autorin oder ein Autor mit den gängigen Erfolgsformeln bricht und etwas neues ausprobiert. Dann merken Leser in- und außerhalb der Zielgruppe auf. „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins war so ein Buch. Und „Zurück nach Hollyhill“ ist so ein Buch. Dessen Autorin Alexandra Pilz arrangiert vertraute Elemente wie Zeitreisen, Mörderhatz und ein Waisenkind mit geheimnisvoller Familiengeschichte in eine aufregende, Action-reiche Geschichte. „Hollyhill“ kokettiert durchaus mit Zitaten aus Genreklassikern, von „Harry Potter“, über „Doctor Who“ bis „Zurück in die Zukunft“, sicher ein Augenzwinkern in Richtung der popkulturell versierten Fans. Und doch schafft Alexandra Pilz es mühelos, ihr ganz eigenes Universum mit vielschichtigen und schrägen Figuren zu erschaffen.

 

Die grübelnde, recht teenagerhaft agierende Emily, der geheimnisvolle aber totaaaal romantische Matt, die bereits verstorbene und weiterhin rätselhafte Mutter – „Hollyhill“ wird bevölkert von interessanten Menschen, für die man sich als Leser wirklich zu interessieren beginnt. Autorin Pilz bettet sie in eine wildromantische Rosamunde-Pilcher-Ästhetik, die den britischen Tourismusverband hoffentlich zu einem herzlichen Dankesschreiben inspiriert. Gruselige Moore, zauberhafte Cottages und irrgartenartige  Wälder ummanteln Handlung und die gefühlsverwirrte Emily wie ein perfekter Bilderrahmen. Die blutige Bedrohung durch einen irren Serienkiller in der zweiten Romanhälfte wirkt da anfangs sogar etwas fehl am Platze. Doch alles fällt an seinen Platz, und die junge Heldin beweist sich in Zeitreisen vor der historischen und landschaftlichen Kulisse.

 

Kurz gesagt – ein elegant geschriebenes, clever konstruiertes Buch zwischen Fantasy, Science-fiction, Thriller und Romanze. Ausdrücklich nicht nur für junge Leserinnen.

 

 

Der Katzen liebste Hobbies im Kleinformat

Von Florian Stickel 12. Feb 2013 12:26

(c) GoldmannUnd gleich noch ein doppelter Nachschlag: Was macht Simons Katze außer fressen am liebsten? Genau, schlafen und spielen. In dieser Reihenfolge. Diesen Freizeitbeschäftigungen des Cartoon-Vierbeiners hat Zeichner Simon Tofield jetzt je ein eigenes Büchlein gewidmet. Unter dem Titel "Aufwachen!" und "Spielzeit!" zeigt sich Simons Katze gewohnt von seiner besten Seite - neugierig, egoistisch und fies. Im Bilderbuch-Kleinformat. Und in Farbe.

 

(von Simone Jung)

 

Garfields legitimer Nachfolger

Von Florian Stickel 12. Feb 2013 12:21

(c) GoldmannHaben Sie Katzen? Dann werden Sie sich und Ihren vierbeinigen Liebling hier ganz bestimmt wieder erkennen. Simons Katze ist vermutlich die berühmteste Cartoon-Mieze nach Garfield. Nervig, faul und mindestens genauso verfressen treibt die weiße Fellkugel ihren menschlichen Dosenöffner in den Wahnsinn. Ihr Ziel fast jeder Miezenmission: Futter!

 

Ihren virtuellen Eroberungsfeldzug begann "Simon's Cat" bei YouTube, jetzt macht sie sich auf leisen Pfoten auf, die Bücher-Welt zu stürmen: In "Simons Katze gegen den Rest der Welt" kämpft der Vierbeiner mit den Tücken des Alltags sowie der benachbarten Flora und Fauna und findet neue, mitunter sehr kreative Wege, wenn's um die Nahrungsbeschaffung geht. Was im Bewegtbild so super funktioniert, kommt in einzelnen 2D-Bildern zwar nicht ganz so gut rüber, Katzenbesitzer werden dennoch sich und ihren Lieblings-Vierbeiner in der einen oder anderen Situation wieder finden.

 

(von Simone Jung)

 

Erika Leonard war mit "50 Shades of Grey" nicht die einzige Skandalautorin unserer Zeit ...

Von Andreas Klein 1. Feb 2013 10:40

Unser MSN Beitrag zeigt Bücher, die schon lange vor den Sado-Maso Fantasien aus "Shades of Grey" für Aufsehen sorgten. Sie brachen Tabus ihrer Zeit, stürmten die Büchercharts und schafften es teilweise sogar bis nach Hollywood.

Die größten Skandalbücher bei MSN

 

 

Ein "Vollidiot" als "Millionär" - das kann nicht gut gehen!

Von Michael Eichhammer 10. Jan 2013 11:05

Überman von Tommy Jaud (Argon)Vom Tellerwäscher zum Millionär? Diese Geschichte wurde schon zu oft erzählt! Deshalb wählte Tommy Jaud die Variante: vom "Vollidiot" (sein Debütroman, verfilmt mit Oliver Pocher in der Hauptrolle) zum "Millionär" (die Fortsetzung). Mit "Überman" wird die amüsante Lebens- und Leidensgeschichte des tragischen Helden Simon Peters nun zur Trilogie.

 

Die Handlung: Sich vom griechischen Finanzberater zum Kauf dubioser rumänischer Waldfonds überreden zu lassen, so etwas kann nur dem Ex-Vollidioten Simon Peters passieren. Zu spät begreift er, was die minus 211,2 Prozent in seinem Portfolio-Report wirklich bedeuten: „Privatinsolvenz, Gosse und Drogensucht mit nachfolgendem Ausfall der Schneidezähne“, so seine Vision. Der einzige Ausweg: Peters muss zum Überman werden!

 

Der Kölner Kult-Autor Tommy Jaud liest seinen dritten Simon Peters-Roman in der Hörbuchversion selbst und bringt seine Stärken - witzige Dialoge und temporeiche Komik-Katastrophen - auch akustisch auf den Punkt.

 

Der österreichische Topautor lebt seinen sprachlichen Spieltrieb aus - und entzückt.

Von Florian Stickel 20. Dez 2012 14:02

(c) Hoffmann & CampeNeuer Roman von Wolf Haas! Und Haas hat, wie man an den "Brenner"-Romanen eindrucksvoll sehen konnte, seinen Spaß an Spielereien mit Sprache. In "Verteidigung der Missionarsstellung" legt er noch eine Schippe drauf. Sowohl sprachlich als auch formell überrascht er von Seite zu Seite aufs Neue. Absätze, die wie ein Aufzug über die Seiten fahren. Quergelesene Informationen im wahrsten Sinne des Wortes zum Querlesen schräg gedruckt. Selbstreferentielle Momente, in denen Autor Haas zur Figur in seinem eigenen Roman wird. Die Kuriostäten sind so amüsant wie zahlreich.

 

Dass er es dabei auch noch schafft, eine ungewöhnliche und berührende Geschichte um Liebe und Verliebtsein zu erzählen, gehört zu Wolf Haas´ großen Talenten. Die große Brücke zwischen Herzschmerz und globalen Seuchen wie Vogelgrippe und EHEC zu schlagen, dazu gehört neben literarischer Finesse auch eine ordentliche Dosis Humor. Und die fehlt bei Haas nie - was auch "Verteidigung" neben all den stylistischen Gags zu einer vorzüglichen Lektüre macht.

 
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