Auch in Deutschland fanden ihre Gedichtbände begeisterte Leser. Als Theaterautorin wurde sie unter anderem mit der Bühnen-Trilogie aus «Leas Hochzeit» (1982), «Heftgarn» (1996) und «Simon» (2002) bekannt. Bei der Aufführung aller drei Werke März 2002 im Düsseldorfer Schauspiel gab es viel Beifall und Anerkennung.
Die Schwierigkeiten, Vergangenheit zu bewältigen, Tabus zu überwinden und in die Zukunft aufzubrechen thematisierte die niederländische Jüdin in «Simon» besonders eindrucksvoll. Am Krankenbett des gleichnamigen Familienpatriarchen wollen die Jüngeren wissen, was während des Krieges geschehen ist, wie sich Menschen während der Verfolgung der Juden verhalten, ob sie kollaboriert oder Widerstand geleistet haben.
Während der Nazizeit lebte Herzberg bei wechselnden nichtjüdischen Familien, die fürchten mussten entdeckt oder verraten zu werden. Ihre 1943 von den Nazis deportierten Eltern - der Schriftsteller Jacob Herzberg und seine Frau Thea - entkamen nur knapp dem Tod. Bei einem Transport in ein Konzentrationslager wurde ihr Zug im April 1943 von der Roten Armee gestoppt; zwei Monate später war die Familie wieder vereint.
Bereits mit ihren ersten Gedichten, die 1961 in der Zeitschrift «Vrij Nederland» erschienen, machte Herzberg auf sich aufmerksam. Der erste Lyrikband «Zeepost» wurde 1963 einhellig gelobt für eine schnörkellose und doch hochpoetische Sprache. Dass sie auch ein ausgeprägtes komödiantisches Talent besitzt, zeigte Herzberg mit der Dreieckskomödie «Und/Oder», die 1985 in Braunschweig aufgeführt wurde. Zu ihren auf deutschen Bühnen erfolgreich inszenierten Dramen gehören auch das Stück um Beziehungs- und Generationsprobleme «Tohuwabohu» (Bonn 1992) und das Monolog-Drama «Karakal» (Bonn 1994).






















