Jacques Chirac veröffentlicht seine Memoiren

Frankreichs ehemaliger Präsident Jacques Chirac erinnert sich an seine Begegnungen mit Nicolas Sarkozy.

«Er hatte damals schon diesen Willen, sich unentbehrlich zu machen und immer dabei zu sein, war hibbelig, übereifrig und begierig, zu handeln», schreibt Chirac in seinen Memoiren, aus denen «Le Parisien» am Dienstag Auszüge veröffentlichte. Schon der junge Sarkozy sei ein ausgesprochenes Kommunikationstalent gewesen. «Er war immer mehr als ein einfacher Mitarbeiter», schreibt Chirac. Sarkozys Unterstützung von Edouard Balladur bei der Präsidentschaftswahl gegen Chirac habe ihn verletzt, räumt der Ex-Präsident ein.

Der Ex-Präsident erkennt im Rückblick große Gemeinsamkeiten mit seinem sozialistischen Gegenpart François Mitterrand. «Wir haben dieselben Werte, wir kommen beide aus der Provinz und hängen an bäuerlichen Traditionen», schreibt Chirac über ihn.

Zu einer Affäre, für die Chirac sich demnächst vor Gericht verantworten muss, lässt sich in den Memoiren nichts finden. Chirac steht ihm Verdacht, als Bürgermeister von Paris in den 90er Jahren Parteifreunden und Günstlingen einträgliche Posten ohne weitere Verpflichtung zugeschanzt zu haben. In anderen Fällen habe er Leute bei der Stadt angestellt, die dann aber für seine Partei gearbeitet haben.

Der erste Band der Memoiren, der von Donnerstag an im Handel erhältlich ist, beschreibt den Beginn von Chiracs politischer Karriere bis zur Präsidentschaftswahl 1995.