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Werner Herzog: Abenteurer und Titan
Er ist der große Abenteurer unter den deutschen Regisseuren. Einst trug er mit Anderen Opas Kino zu Grabe - nun wird Werner Herzog auch schon 70 - am 5. September. Bereits seit seinem auf der Insel Kos gedrehten Erstling "Lebenszeichen" stand sein großes Leitmotiv, das des einsam handelnden Helden, des Titanen, der über alle Grenzen bis zum Wahnsinn geht, einigermaßen fest. Gestalten wie Aguirre oder Fitzcarraldo sollten Jahre später folgen, und nicht selten war das Produktionsabenteuer ebenso groß wie das, was man später auf der Leinwand sah. Herzog selber bezeichnet sich zurecht als "Selfmade-Man", als unabhängigen, eigenwilligen Filmemacher, der seine Wurzeln im Dunkel der Romantik und des deutschen Stummfilms hat.
Filmhochschulen hasst der gebürtige Münchner, der im oberbayerischen Sachrang aufwuchs, wie die Pest. Er kennt keinen Unterschied zwischen seinen berühmt gewordenen Spielfilmen wie "Auch Zwerge haben klein angefangen", "Fata Morgana", "Aguirre, der Zorn Gottes", "Fitzcarraldo" - oder seinen immer wieder dazwischen gedrehten großen Dokumentarfilmen, die er "Spielfilme in Verkleidung" nannte, weil er ja auch hier immer wieder eingreift als Regisseur.
Einer seiner schönsten Filme, "Stroszek" von 1976, handelt von einer Reise seines Helden nach Amerika, ins Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten. Als naiver Hauptdarsteller reiste Herzogs Lieblingsschauspieler Bruno S. ins gelobte Land - und wurde von den verrückten Einwohnern Wisconsins fürchterlich enttäuscht.
Vor nunmehr fünf Jahren rieb man sich umso mehr die Augen, als man in Herzogs Spielfilm "Rescue Dawn" den deutsch-amerikanischen Piloten Dieter Dengler Amerika in höchsten Tönen - "I love America" - preisen hörte. Herzog inszenierte den Genrefilm nach Denglers wahrer Geschichte, der Pilot stürzte bei seinem ersten Vietnam-Einsatz nach 40 Kriegsminuten ab.



























