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Richy Müller: Der Bauchmensch
Eine "Anleitung zum Unglücklichsein" für Richy Müller ist schwierig zu basteln. Denn der 57-jährige Schauspieler lebt nach seinen eigenen Regeln und die - das zeigt sich im Gespräch - sind nicht dafür gemacht, den gebürtigen Mannheimer auf die Schattenseite des Lebens zu drängen. Der Österreicher Paul Watzlawick veröffentlichte seinen auffällig negativ betitelten Ratgeber 1983 und schildert darin auf humorvolle Art, wie man sich durch negatives Denken ein unangenehmes Leben einbrockt. Das Sachbuch stand Pate für die Komödie "Anleitung zum Unglücklichsein" (Kinostart: 29.11.), die Sherry Hormann jetzt mit einem großen Starensemble in die Kinos bringt. Ins Rennen schickt sie Johanna Wokalek, die als Tiffany Blechschmid unbeirrt negativ lebt. Richy Müller spielt ihren alten Klavierlehrer, der plötzlich wieder in ihrem Leben auftaucht. Müllers Rolle in dieser großangelegten Produktion: der Frauenschwarm, der Sexgott, bei dem die Damen reihenweise weiche Knie bekommen. Und möglicherweise hat er auch dafür keine Anleitung gebraucht
msn: Wenn man einen aus Kurzgeschichten bestehenden Ratgeber verfilmt, hat man alle Freiheiten ...
Richy Müller: Ich habe Watzlawicks "Anleitung zum Unglücklichsein" nie gelesen.
msn: Augenblick, Sie haben nie in das Buch reingeschaut?
Müller: Nein, ich hatte nicht das Gefühl, dass es notwendig ist, weil ich glaube zu wissen, worum es geht.
msn: Sie kennen die selbsterfüllenden Prophezeihungen also schon aus Ihrem eigenen Leben?
Müller: Ja, man hat drei Tage kein Problem - und denkt: "Da stimmt doch was nicht!" Und prompt passiert etwas. Oder: Es fällt einem auf, dass man schon lange kein Kopfweh mehr hatte. Und genau einen Tag später hat man die schlimmsten Kopfschmerzen. Als junger Mann fiel mir mal auf, dass ich lange nirgendwo angeeckt war mit dem Auto. Kurz darauf schrammte ich mit dem Auto irgendwo dran.
msn: Klingt ja beinahe so, als wäre Denken lebensgefährlich ...
Müller: "Was darf ich denken, was nicht?" ist schon eine Frage mit einer gewissen Relevanz. Ich habe diese Dinge schließlich nicht ausgesprochen, hatte sie nur im Kopf. Paul Watzlawicks Buch hat einen netten Titel, mit dem es die Aufmerksamkeit des zukünftigen Lesers erregt. Für mich war es der Aufhänger, um eine Figur zu kreieren: die des Hans Luboschinski. Im Film gibt es eine Szene an der Ampel ...

























