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zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 5. Dezember 2012 | Von Claudia Nitsche, .

Anleitung zum Unglücklichsein

Sind Frauen was Wunderbares? - Kühe, Polizisten, Mütter und Klavierlehrer werden bei Sherry Hormanns "Anleitung zum Unglücklichsein" enweder zum Wahnsinn oder durchs Dorf getrieben. Und das alles fürs Happy End.


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In einem Berliner Feinkostladen backt sich Johanna Wokalek ihre "Anleitung zum Unglücklichsein". Negativ ist Trumpf!

Immer nur Pech, das geht doch nicht. Doch, Tiffany Blechschmid kriegt das hin. Ist gar nicht so schwer, obwohl sie einen entzückenden Feinkostladen in Berlin Kreuzberg hat, nette Angestellte, drollige Gäste. Als skeptischer Single war ihr immer schon vorher klar, dass weder das Kleine noch das Große im Leben ein glückliches Ende nehmen wird. Bis, ja bis sich Sherry Hormann ihrer annimmt. Das ist die Regisseurin, die Mitte der 90er-Jahre mit den Produktionen "Frauen sind was Wunderbares" und "Irren ist männlich" zwei Komödienerfolge hatte. Nun drehte sie die lose an Paul Watzlawicks unterhaltsamen Weltbestseller angelehnte "Anleitung zum Unglücklichsein" und taucht Tiffany mit der Nase ins Glück.

Mit Lebensweisheiten kennt sich Tiffany (Johanna Wokalek, "Die Päpstin") aus, sie ist Realist, kein Pessimist. Wie sehr sie Realist ist, zeigt sie, indem sie die "Hammer"-Episode aus Watzlawicks Buch durchspielt. Sie will sich von ihrem Nachbarn einen Hammer leihen, doch der guckte neulich so komisch. Schließlich überwindet sie sich, den womöglich unfreundlichen Knilch zu fragen. In seinem Stockwerk angekommen, schnauzt sie ihn, aufgehetzt von ihren negativen Gedanken, gleich mal an, dass er sein Werkzeug eigentlich behalten kann. Dem aus Österreich stammenden Psychoanalytiker flossen geniale Storys wie diese nur so aus der Feder. Doch Hormann bediente sich lieber beim Klischee aus der Komödienkiste.

Während die Regisseurin die Kühe durchs Dorf jagt, nicht nur im übertragenen Sinn, sondern auch in einer surrealen Szene, stolziert Tiffany schlafwandlerisch - mit starrem Blick und ohne Zwinkern - durch ihre Routine, zielsicher an allem Schönen vorbei. Sie trifft sich mit einem eitlen Polizisten (Benjamin Sadler), der offensichtlich nicht der Richtige ist. Dabei ist der Richtige ganz leicht zu erkennen: Ein netter Gast mit Ringelpulli (Itay Tiran), sanftem Blick, und seine beste Freundin ist eine Basset-Hündin, die auf dem Beifahrersitz seines Cabrios fahren darf. Und er ist Fotograf.

Es würde ja gar nichts bringen, wenn sie den hübschen Unbekannten ins Haus ließe, schließlich spukt da ihre triebhafte Mutter (Iris Berben) immer dann, wenn Tiffany wieder einmal versucht, Sex zu haben. Zeit hat sie dazu ja sowieso kaum: Punkt 3.30 Uhr steht sie täglich auf, fährt dann zum Großmarkt, wo auf menschenleerer Straße immer die Ampel auf Rot zeigt - wie in Tiffanys ganzem Leben.

(Fortfahren)

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