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Bonds krasse Bräute - Die Emanzipation der Bond Girls
Sie sind schön, sexy und verführerisch. Oft haftet ihnen ein Hauch von Gefahr an, widerstehen kann ihnen der Doppelnull-Agent wohl gerade deswegen nicht: die Rede ist von den Bond Girls. Der Part an der Seite von 007 ist bei Schauspielerinnen trotz des angeblichen Fluchs, mit dem er belegt sein soll, begehrt - nach einem Einsatz für den Geheimagenten soll keine Aussicht auf eine weitere Karriere bestehen. Worauf ein Bond Girl ganz sicher nicht hoffen darf, ist die ewige Liebe des Angebeteten. Bérénice Marlohe und Naomie Harris, die beiden Beautys im aktuellen Thriller "James Bond 007: Skyfall" (Start: 1. November), sind die jüngsten Neuzugänge in einem Berufsstand, der sich in 50 Jahren Bond von einigen altmodischen Klischees verabschiedete.
Es sind teils große Fußstapfen, in die Marlohe und Harris treten: Karin Dor ("Man lebt nur zweimal", 1967), Grace Jones ("Im Angesicht des Todes", 1985), Teri Hatcher ("Der Morgen stirbt nie", 1997) und Halle Berry ("Stirb an einem anderen Tag", 2002) - für alle Damen war der besagte Fluch kein Karrierekiller - durften bereits an der Seite von 007 wahlweise die Welt retten oder das Zeitliche segnen. Ob man sich jedoch an eine der Damen in fünf Jahrzehnten noch ebenso gut erinnert wie an Ursula Andress, die Mutter aller Bondgirls?
1962 entstieg die Schweizerin in "James Bond jagt Dr. No" ähnlich Botticellis Venus den Fluten - allerdings nicht nackt, sondern mit einem unverschämt figurschmeichelnden Bikini angetan und mit einer Muschel in der Hand. Als Honey Rider versprühte Andress Sexappeal, Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit. Der Prototyp des Bond Girls war geboren. Allerdings war diese Darstellung bis Mitte der 90er-Jahre mehr schöner Schein als Bond-Girl-Realität: Die Damen dienten häufig eher als schmückendes Beiwerk denn tatkräftige Helferin oder waren ihrem Retter in der Not so unendlich dankbar, dass es sich meist in sexuellen Gefälligkeiten äußerte.
Von 007 verführt zu werden war und ist ohnehin das unausweichliche Schicksal fast aller Bond Girls. Selbst die nach eigenen Aussagen gegen Bonds Charme immune Pussy Galore (Honor Blackman) aus "Goldfinger" (1964) landete irgendwann mit dem Agenten im Bett. Die erste, die Bonds Faible für das schöne Geschlecht gezielt und vor allem berechnend für ihre Zwecke nutzte, war Sophie Marceau als Elektra King in "Die Welt ist nicht genug" (1999): Der verknallte Geheimagent merkt nicht, dass die Schöne eigentlich mit seinem Rivalen liiert ist und 007 nur verführt, um ihn für ihre kriminellen Machenschaften zu missbrauchen.




























