Nach "Brügge sehen ... und sterben" bringt der gefeierte Theaterautor Martin McDonagh nun "7 Psychos" auf die Leinwand.

Nach "Brügge sehen ... und sterben" bringt der gefeierte Theaterautor Martin McDonagh nun "7 Psychos" auf die Leinwand.

Für einen Moment lang ist man zurück in Brügge. Ungeachtet dessen, dass der Hollywood-Schriftzug im Bild den Handlungsort eindeutig als Los Angeles ausweist. Aber vor jenem Wahrzeichen unterhalten sich zwei Profikiller auf so absurd sachliche Art über ihr blutiges Metier, dass die Erinnerung an Ray und Ken, die beiden Auftragsmörder aus "Brügge sehen ... und sterben" (2008), sofort wieder aufleben will. Doch noch bevor man sich entscheiden kann, es entweder gut oder schlecht zu finden, dass Regisseur und Autor Martin McDonagh thematisch offenbar an seinen famosen Erstling anknüpft, liegen die beiden "neuen" Killer schon leblos am Boden. Erschossen von einem resoluten Herren mit roter Skimaske - dem ersten von "7 Psychos".

"7 Psychos" gehört zu diesen Filmen, die es sich leisten können, keine Handlung im eigentlichen Sinne zu besitzen. Die dunkelschwarze Komödie ist so dicht mit merkwürdigen Gestalten besiedelt, dass sich allein mit deren Charakterisierung mehrere Stunden Film bestreiten ließe. Aber ein Stückchen roter Faden hält das "riesige filmische Geduldsspiel", wie Martin McDonagh es selbst nennt, doch zusammen.

Dieser rote Faden heißt Marty (Colin Farrell), ist von Beruf Autor und im Begriff, ein Drehbuch mit dem Titel "7 Psychos" zu verfassen. Und sein bester Freund Billy (Sam Rockwell), ein erfolgloser Schauspieler mit florierendem Hundekidnapping-Business, bemüht sich nach Kräften, ihn dabei zu unterstützen: Er versucht etwa, Martys Alkoholkonsum einzudämmen, steckt ihm Zeitungsartikel über einen Mafia-mordenden Serienkiller zu und fordert Psychopathen per Annonce auf, bei seinem Kumpel vorstellig zu werden. Dass er Marty mit Gangsterboss Charlie (Woody Harrelson) in Kontakt bringt, ist allerdings nur ein folgenschweres Versehen: Der neurotische Mafioso fahndet nach seinem geliebten Shih Tzu, den Billy und sein Geschäftspartner Hans (Christopher Walken) kurz zuvor entführten ...

Gleich zu Beginn legt Martin McDonagh durch sein Sprachrohr Marty dar, in welche Richtung sich "7 Psychos" entwickeln wird: Er habe "die Schnauze voll von stereotypen, blutrünstigen Hollywood-Psychokiller-Aufschlitzfilmen", poltert Marty, um Liebe solle sich die Geschichte der sieben Psychopathen eigentlich drehen. Und tatsächlich: Letztlich ist es immer eine Form der Liebe, die die Psychopathen antreibt - sowohl die realen als auch die von Marty erdachten, deren Geschichten in Film-im-Film-Sequenzen erzählt werden.