"Hotel Transsilvanien" ist ein witziger, einfühlsamer Familienspaß.

"Hotel Transsilvanien" ist ein witziger, einfühlsamer Familienspaß.

Menschen haben Angst vor Monstern. Andernfalls wären viele Gruselfilme wohl nie gedreht worden. Doch was, wenn die Schreckgestalten lange einfach nur missverstanden wurden? Was, wenn die Menschen die eigentlichen Monster sind? - So zumindest sieht Graf Dracula (gesprochen von Rick Kavanian), distinguierter Inhaber des "Hotel Transsilvanien", die Sache. In sein Luxusresort setzte seit dessen Bau kein Mensch einen Fuß, und darauf ist Dracu besonders stolz. Als sich wider Erwarten doch einmal ein allzu neugieriger Vertreter dieser Spezies in das Gemäuer verirrt, bricht bei dem sonst so beherrschten Fürsten der Finsternis die nackte Panik aus. Fortan muss er in dem kunterbunten 3D-Animationsspektakel alles daran setzen, den Eindringling mit einem geschickten Täuschungsmanöver unerkannt wieder loszuwerden.

Einen schlechteren Zeitpunkt hätte sich Backpacker Jonathan (gesprochen von "Türkisch für Anfänger"-Star Elyas M'Barek) für sein Abenteuer wahrlich nicht aussuchen können: Dracus Tochter Mavis (Josefine Preuß) feiert ihren 118. Geburtstag, und die Partyvorbereitungen sind in vollem Gange, als der Tourist im Hotel auftaucht. Nach und nach trudeln auch die Gäste ein - Frankenstein und seine unleidliche Frau Eunice, die chaotische Werwolf-Familie, die Mumie, der Unsichtbare sowie zahlreiche andere, illustre Monster.

Doch Jonathan ist beinahe Dracus kleineres Problem. Die wohlbehütete Mavis verliebt sich nicht nur in den frechen Rotschopf, sondern es drängt sie auch noch in die weite Welt hinaus - schließlich versprach ihr Daddy, dass sie an ihrem 118. Geburtstag zum ersten Mal in ihrem Leben das Hotel verlassen darf. Das will der überfürsorgliche Dracu jedoch mit allen Mitteln verhindern, schließlich sind die Menschen absolut monsterfeindlich. Glücklicherweise wurde der Vater-Tochter-Konflikt nicht moralinsauer, sondern verständnisvoll inszeniert. Mavis und Dracu haben nachvollziehbare Motive und ziehen damit die Sympathien zu gleichen Teilen auf ihre Seite.

In dem fantasievollen Film verbirgt sich ohnehin eine wahre Fülle an Botschaften: Toleranz, Offenheit und Selbstentfaltung werden großgeschrieben. Im Gegensatz zu vielen anderen Produktionen mit diesem Grundtenor - meist aus dem Hause Disney kommend - versteht es "Hotel Transsilvanien", die Werte mit viel Witz und guter Laune an den Zuschauer zu bringen. Beinahe jede Szene punktet mit einem treffsicher platzierten Gag oder einem schrägen Sidekick wie altklugen Schrumpfköpfen oder tollpatschigen Zombie-Pagen.