"Ice Age 4 - Voll verschoben" startet untypischerweise an einem Montag - weil man das Ende der Fußball-EM abwarten wollte.

"Ice Age 4 - Voll verschoben" startet untypischerweise an einem Montag - weil man das Ende der Fußball-EM abwarten wollte.

Warum ein Montag? Neue Filme, das weiß der regelmäßige Kinogänger, kommen donnerstags in Kino. In Ausnahmefällen auch mittwochs. Was also bewog Fox dazu, den Starttermin von "Ice Age 4 - Voll verschoben" auf einen Montag zu legen? "Das grenzenlose Vertrauen in die deutsche Nationalmannschaft", heißt es auf Nachfrage aus der Pressestelle: Da sich erfahrungsgemäß kaum ein Einwohner von Fußballdeutschland ins Kino verirrt, während die Nationalmannschaft um die Europameisterschaft kämpft, wählte das Filmstudio für das vierte Abenteuer von Sid, Manni und Co. vorbeugend den erstmöglichen Termin nach dem EM-Finale aus. In Frankreich startete der 3D-Animationsfilm übrigens bereits vor Beginn der Halbfinalpartien ...

Mit Fußball haben Faultier Sid (wie immer gesprochen von Otto Waalkes), Säbelzahntiger Diego und Mammut Manni allerdings nichts am Hut: Selbst wenn der Sport in bunter Vorzeit schon erfunden gewesen wäre, die "krasse Herde" hätte zu viel um die pelzigen Ohren gehabt, um sich damit intensiver auseinanderzusetzen: Manni etwa sorgt sich übermäßig um seine in Teil drei geborene Tochter Peaches, die mittlerweile zum kessen Teenie gereift ist. Sie will mit allen Mitteln den coolen Mammutjungen Ethan beeindrucken und setzt dafür sogar ihre Freundschaft zur igelartigen Maulwurfsratte Louis aufs Spiel. Und Sid wurde von seiner durchreisenden Familie kurzerhand mit der Beaufsichtigung seiner Oma betraut, die nicht nur ein imaginäres Haustier, sondern auch ganz besonderen Charme besitzt.

Als ob das nicht schon genügend Probleme und neue Charaktere wären, bringt die sehr plötzlich einsetzende Kontinentalverschiebung jeweils noch weitere mit sich: Das Eiszeit-Heldentrio wird zusammen mit Oma vom Rest der Familie getrennt und auf einer Eisscholle aufs offene Meer hinausgetragen - und die Heimreise von einer grimmigen Piratentruppe ausgebremst.

Klingt überfrachtet? Ist es auch. Es sind schlicht zu viele Figuren, die da auf das Publikum losgelassen werden - und die Regisseure Steve Martino und Michael Thurmeier wollen die meisten von ihnen gleichrangig behandeln. Das resultiert darin, dass Neuzugänge oberflächlich eingeführt werden und sich Figuren in Windeseile weiterentwickeln müssen - wenn ihnen das überhaupt vergönnt ist. Dabei zählten die "Ice Age"-Filme doch immer zu denen, die mehr von ihren sympathischen Akteuren als von den eigentlichen Handlungen lebten - und bisher schienen die Macher sich dessen auch bewusst.