Eyecandy mit einem kleinen bisschen Nährwert: "Magic Mike" kann sich in jeder Hinsicht sehen lassen.

Eyecandy mit einem kleinen bisschen Nährwert: "Magic Mike" kann sich in jeder Hinsicht sehen lassen.

Die Geschichte ist nun wirklich nicht neu: Ein schönes junges Geschöpf kommt ein wenig vom rechten Wege ab. Es verirrt sich ins aufregende Nachtleben und wird von einem Star unter die Fittiche genommen, um dann, fasziniert von der sündigen Glitzerwelt und dem schnellen Geld, bald selbst zum gefragten Lustobjekt zu avancieren. Steven Soderberghs "Magic Mike" ist trotz der etwas angestaubten Story und zahlreicher Klischees ein richtig unterhaltsamer Sommerfilm geworden. Denn dank einiger Kniffe hat das Strippermärchen, das lose auf den Erinnerungen des Hauptdarstellers Channing Tatum basiert, mindestens ebenso viel Schwung wie dessen bisweilen hypnotisch kreisende Hüften.

Die erste und auffälligste Besonderheit ist eben, dass es hier um männliche Stripper geht. Das schöne junge Geschöpf heißt Adam (Alex Pettyfer, "Ich bin Nummer vier"), hat eben das College abgebrochen und liegt seiner pflichtbewussten Schwester Brooke (Cody Horn) auf der Tasche. Bei einem Gelegenheitsjob als Dachdecker lernt Adam den elf Jahre älteren Mike (hat von den eigenen Anfängen als Stripper erfreulich wenig verlernt: Channing Tatum) kennen. Der nimmt den unerfahrenen Frischling unter seine Fittiche - und mit in den Stripclub, in dem er des Nachts sein Geld verdient.

Und siehe da: Der schöne Schluffi hat Talent. Als "The Kid" verbucht er schon bald die ersten Erfolge auf der Bühne und hat einen Heidenspaß dabei. Kein Wunder: Die Männer ziehen sich eben ein bisschen aus, flirten mit Frauen, werden begehrt und dafür auch noch bezahlt - besser geht's doch eigentlich gar nicht. Zumindest vorerst.

Denn, und das ist die zweite Besonderheit: Die Story wird nicht aus Sicht des aufstrebenden Juniorstrippers erzählt, sondern aus Sicht seines Mentors. Mike ist zwar der unbestrittene Star der Truppe, die Nacht für Nacht den kleinen Club in Tampa, Florida, zum Kochen bringt. Aber nicht mehr lange: Mit seinen 30 Jahren, das weiß er, hat er seinen Zenit bereits überschritten. Schließlich will er nicht enden wie seine älteren Kollegen, die wahlweise hinter der Bühne zusammenbrechen oder beim kalkuliert maskulinen Hochheben ihrer Kundinnen gefährlich nahe am Bandscheibenvorfall balancieren. Auch Clubbesitzer Dallas (Matthew McConaughey), der seine Karriere ebenfalls als Stripper begann, ist nicht eben ein leuchtendes Vorbild.