Mehr Helden geht nicht: Sylvester Stallone vereint in "The Expendables 2" alles, was Rang und Namen hat(te).

Mehr Helden geht nicht: Sylvester Stallone vereint in "The Expendables 2" alles, was Rang und Namen hat(te).

Heidewitzka. Hat man so was schon gesehen?! Hat man natürlich nicht. Lange Zeit standen diese Herren schließlich, jedenfalls bei ihren Kinoauftritten, in Konkurrenz. Nun jedoch ist klar: Die jungen Actionhelden drängen nach. Da braucht's eine konzertierte Aktion. Eine, an die man sich erinnern wird. An "The Expendables 2" wird man sich erinnern. Es ist der Film, in dem Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis und Chuck Norris gemeinsam ganze Armeen von Schurken niedermetzeln. "Rest in ... pieces!"

Das Wichtigste vorab - und das ist natürlich nicht die Handlung: "The Expendables 2" ist gnadenlos und völlig zu Recht erst ab 18 freigegeben. Blutbad am Anfang, Blutbad am Ende, und Blutbad mittendrin. Da fliegen Arme, Beine und auch Köpfe. Wenn der böse Kontrahent gegen die Rotorblätter eines Flugzeugs gepresst wird, bleibt die Kamera eiskalt drauf. Eines Tages wird sich jemand die Mühe machen und die Leichen zählen. Der Film sollte im Bodycount sogar "Rambo IV" übertreffen.

Darüber hinaus regiert Action der klassischen Gangart. Über 20 amtliche Explosionen, also nur die großen, gibt's. Dazu reichlich zerstörte Panzer und Flugzeuge. Und auch wenn der Computer inzwischen sicher seinen Beitrag leistet, so lässt sich "The Expandables 2" doch im 80er-Jahre-Stil einordnen. Will sagen: Action wie sie früher einmal war: Brav und vergleichsweise zurückhaltend fotografiert, ohne übertriebenen Schnittwahnsinn, aber brachial laut, bunt und aufwendig.

Viel wichtiger ist jedoch das Kunststück, dass Regisseur Simon West sowie den Autoren Richard Wenk und Sylvester Stallone gelingt: Sie erschufen einen erstklassigen Actionkracher, der in seiner Bildsprache bitterernst ist, sich selbst aber in den Dialogen und vielen charmanten Momenten auf die Schippe nimmt. Die Fähigkeit zur Selbstironie, das wusste man, ist allen vier großen Stars zu eigen. Doch hier treiben sie sie wie noch nie in ihren Karrieren auf die Spitze. Arnies "I'll be back" wird ebenso zur Karikatur wie das gesamte Medienphänomen Chuck Norris. Ein Chuck-Norris-Witz, von Chuck Norris selbst erzählt - schon für diesen Moment lohnt sich der Kinobesuch. Nur Sylvester Stallone, der als Schöpfer der Kinoreihe das Zepter in der Hand hält, erspart sich die meiste Zeit ein Augenzwinkern.