Die Dramödie "Wie beim ersten Mal" gestaltet sich lebensnaher, als das Plakat vermuten lässt.

Die Dramödie "Wie beim ersten Mal" gestaltet sich lebensnaher, als das Plakat vermuten lässt.

Wenn alte Liebe rostet: Meryl Streep und Tommy Lee Jones arbeiten als entfremdetes Ehepaar in mittleren Jahren an der Reparatur ihrer Beziehung. Mit schmerzlicher Komik und großem Mut bringt Regisseur David Frankel in "Wie beim ersten Mal" ein komplexes Thema auf die Leinwand.

Stetig "die Liebe zu verjüngen", hielt der dänische Philosoph Sören Kierkegaard für die vornehmste Aufgabe von Vermählten. In diesem Sinne plant die seit 30 Jahren verheiratete Verkäuferin Kay (Meryl Streep) einen prickelnden Neustart ihrer zunehmend monotonen Ehe. Mit professioneller Hilfe ...

In einem malerischen Küstenort bucht sie für sich und ihren Mann eine Beratungswoche bei dem renommierten Paartherapeuten Dr. Feld (Steve Carell). Ihr grummelnder Gatte Arnold (Tommy Lee Jones), von Beruf Steuerberater und auch privat ein Pfennigfuchser, kann nichts dagegen sagen, spendiert Kay ihnen den Trip doch von ihrem Ersparten. Nichtsdestoweniger steckt er voller Widerstände gegen ihre Initiative und kocht innerlich vor Wut. Was als Rettung ihrer Liebe gedacht war, wächst sich zu einer tiefen Krise aus. Plötzlich ist ihre ganze Beziehung in Frage gestellt.

Das Plakat zu "Wie beim ersten Mal" zeigt eine pfiffig dreinblickende Meryl Streep. Vielsagend hält sie den Zeigefinger an die Lippen, während Tommy Lee Jones begriffsstutzig und etwas lächerlich die Augenbraue hochzieht. Mit dem Film hat das wenig zu tun. Unterschlagen werden die Falten der Stars, die der Geschichte gerade ihre Glaubwürdigkeit geben. Vor allem aber hat die klischeehafte Vorstellung von weiblicher Klugheit in Vanessa Taylors lebensnahem Drehbuch und David Frankels intelligenter Regie einfach keinen Platz. Kays froschgesichtiger Gemahl lässt sich nicht so mir nichts, dir nichts zum zärtlichen Prinzen wachküssen.