Steve Blame ist der neue Entertainment-Kolumnist bei MSN. Der britische TV-Moderator war von 1987 bis 1994 Redakteur bei MTV Europe und Sprecher der MTV News. 2010 veröffentlichte er seine Erlebnisse im Bereich Sex, Drugs und Musik-Biz. In seiner MSN-Kolumne "Blame on ..." wird der Brite die aktuelle Fernsehlandschaft unter die Lupe nehmen und die User hinter die Kulissen von MTV & Co. blicken lassen. Wer könnte das besser als er!? (Foto: Olivier Favre)
Blame on … ein Ex sein und "Die Alm"
Meine erste Reaktion war: Warum ich? Warum wurde ich mit Leuten, die an Reality-Shows teilnehmen, in eine Schublade gesteckt? Schließlich hat meine Karriere viele verschiedene Facetten aufgewiesen - das "vor-der-Kamera-stehen" war lediglich eine davon, die ich vor langer Zeit ad acta gelegt hatte und die mir jetzt nur noch hin und wieder Geld einbringt. Sobald ich den anfänglichen Schock überwunden hatte, zusammen mit Gina-Lisa Lohfink für die Show in Betracht gezogen worden zu sein, beschloss ich, einmal ernsthaft darüber nachzudenken, was dieses Angebot wirklich für mich bedeutet hätte.
1. Die Show
Die erste Frage war - würde ich gerne bei einer solchen Show mitmachen? Ich war bei "Das perfekte Promi Dinner" dabei und hatte es in der Tat genossen. Mir würde sogar "Let's Dance" Spaß machen, da man es als eine Art Fitnessprogramm sehen könnte. Aber "Die Alm" ist eine ganz andere Nummer, eine völlig andere Herausforderung. Ich habe fast mein ganzes Leben in einer Stadt gelebt und bin somit absolut kein Freiluftmensch. Tiere sind nicht unbedingt mein Fall und es würde mir sehr missfallen, Tage mit lauter Fremden zu verbringen, die ich wohl auch noch nach einer gewissen Zeit nicht mögen würde. Doch noch schlimmer ist der Gedanke, dabei 24 Stunden am Tag gefilmt zu werden.
2. Das Geld
Natürlich kann das alles mit der richtigen Menge Geld in Ordnung gebracht werden; genau deshalb machen die Ex das ja auch. Denn nur, weil man sich in der Vergangenheit einen Namen gemacht hat, heißt das nicht, dass einem das in der Zukunft ein festes Einkommen beschert. Aber da ich diesbezüglich im Moment keine Probleme habe, konnte ich standhaft bleiben und habe nicht nach dem gängigen Marktwert gefragt.
3. Der Ruhm
Viele Ex haben ein Aufmerksamkeitsdefizit, das es zu beseitigen gilt. Um sich selbst wieder wertzuschätzen, brauchen einige ein Publikum oder Aufmerksamkeit seitens der Presse. Ruhm, wenn auch nur in kläglicher Form, kann abhängig machen. Ich empfinde gelegentliche Aufmerksamkeit auch wie Balsam für die Seele, frage mich aber, ob ich mein Leben auf den Boulevardblättern abgedruckt sehen wollen würde? Nein, definitiv nicht.
In Anbetracht all dessen hatte ich beschlossen, nicht sofort zu antworten, und am nächsten Tag eine würdigere Antwort zu verfassen. An diesem Abend machte ich allerdings den Fehler, meinen Freunden von dem Angebot zu erzählen. Ein oder zwei von ihnen hätten sich nichts sehnlicher gewünscht, als meine Erniedrigung live mitzuverfolgen. Die meisten reagierten aber so: "Das wirst Du doch wohl nicht machen, oder?"
Die Wahrheit ist, dass ich wahrscheinlich schon nach 24 Stunden in "Die Alm" total ausgeflippt wäre, natürlich zur Belustigung des Publikums und meiner Freunde, aber zum Schaden meiner Karriere. Folglich schrieb ich eine höfliche Antwort. Ich log. Ich schrieb, ich hätte unglaublich gerne bei der Show mitgemacht, wäre aber zu der Zeit wegen eines Aufenthalts in Amerika verhindert. Jetzt schaue ich es mir natürlich jeden Abend von Köln aus an. Erniedrigung vom Feinsten. Gott sei Dank mache ich da nicht mit. Zumindest noch nicht!
Letzte Woche: Blame on ... die London-Aufstände und die Gier nach Ruhm

Steve Blame ist der neue Entertainment-Kolumnist bei MSN. Der britische TV-Moderator war von 1987 bis 1994 Redakteur bei MTV Europe und Sprecher der MTV News. 2010 veröffentlichte er seine Erlebnisse im Bereich Sex, Drugs und Musik-Biz. In seiner MSN-Kolumne "Blame on ..." wird der Brite die aktuelle Fernsehlandschaft unter die Lupe nehmen und die User hinter die Kulissen von MTV & Co. blicken lassen. Wer könnte das besser als er!? (Foto: Olivier Favre)
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