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Mittwoch, 28. September 2011

Blame On … Erfolg und Misserfolg

Ganz einfach gesagt ist die Definition von Misserfolg das Ausbleiben von Erfolg. Aber sollte man Misserfolg nicht endlich als etwas Positives ansehen, anstatt es als einen Mangel oder ein bloßes Scheitern abzutun? Und ist Scheitern nicht auch notwendig, um Erfolg zu haben?


Erst kürzlich gab ich eine Podiumsdiskussion auf der ADVANCE Conference in Köln. Der Titel lautete: "Misserfolg: Die beste Übung um Erfolg zu haben". Das Ziel war es, dem Publikum eine andere, gesündere Perspektive zum Thema Misserfolg zu vermitteln und hervorzuheben, dass, wie der Titel schon sagt, Scheitern eine wichtige Lernstufe auf dem Weg zum Erfolg ist. Nachdem ich Misserfolge am eigenen Leib erfahren habe und diese Erfahrung für mich von unschätzbarem Wert war, wollte ich dieses Wissen nicht für mich behalten.

  • Steve Blame

    Steve Blame ist der neue Entertainment-Kolumnist bei MSN. Der britische TV-Moderator war von 1987 bis 1994 Redakteur bei MTV Europe und Sprecher der MTV News. 2010 veröffentlichte er seine Erlebnisse im Bereich Sex, Drugs und Musik-Biz. In seiner MSN-Kolumne "Blame on ..." wird der Brite die aktuelle Fernsehlandschaft unter die Lupe nehmen und die User hinter die Kulissen von MTV & Co. blicken lassen. Wer könnte das besser als er!? (Foto: Olivier Favre)

Den meisten von uns ist im Leben schon einmal etwas missglückt. Wahrscheinlich sind wir in jungen Jahren beim ersten Fahrversuch bereits nach nur wenigen Metern vom Fahrrad gefallen. Fast alle von uns - zugegebenermaßen habe ich noch nie von einem Kind gehört, das liegenbleibt - steigen wieder auf, probieren es erneut, und sind meist nach nur wenigen Versuchen erfolgreich. Ähnlich verhält es sich im Privatleben: Wenn eine Beziehung scheitert (und ich versuche niemandem weiszumachen, dass das genau so einfach ist wie Fahrradfahren!), bleiben die meisten von uns einer neuen Beziehung gegenüber offen und stürzen sich erneut ins Vergnügen. Auch auf geschäftlicher Ebene sieht es so ähnlich aus. Eine Venure-Capital-Gesellschaft gab an, dass neun von zehn Unternehmen, in die sie investiert, scheitern. Bei näherer Betrachtung des Investmentgeschäfts fällt auf, dass Misserfolg zwar keine Voraussetzung ist, um Risikokapital zu erhalten, aber dass es dennoch ganz offensichtlich begrüßt wird.

Entscheidend ist also nicht, ob man scheitert, sondern wie man sich anschließend wieder aufrafft und Erfolg hat. Manchmal kann einen das Misslingen einer Sache extrem lähmen. Es dauerte Jahre, bis ich mein "Scheitern" als Programmdirektor bei Viva Zwei verarbeitet hatte. Ich verlor das Selbstvertrauen in meine Fähigkeiten und verfiel in eine Phase tiefster Selbstverachtung, der Jahre der Selbstprüfung folgten. Irgendwann dann realisierte ich aber, dass diese Erfahrung auch als eine Chance wahrgenommen werden konnte, um einen anderen Karriereweg einzuschlagen, einen, der meinem wahren Wesen - oft als das authentische Selbst bezeichnet - mehr entsprach. Es stellte sich heraus, dass Authentizität ein Schlüsselfaktor für den geschäftlichen Erfolg ist. Und das Gefühl, das wir empfinden, wenn uns etwas gelingt, ist fast immer positiv. Diese positiven Gefühle machen uns dann wiederum glücklicher. Und nach dem Glücklichsein sollten wir ja alle streben. Wenn einem also einmal etwas misslingt, dann ist der Schlüssel zum Erfolg, den Misserfolg nicht weiter als solchen zu sehen, sondern die Erfahrung zu analysieren und zu verstehen, was schief gegangen ist, bevor man sich ins nächste Projekt stürzt. Letztendlich machen wir alle Fehler - problematisch wird es, wenn wir sie ständig wiederholen.

Letzte Woche: Blame On ... Namensänderung


Steve Blame - Die offizielle Website

  • Steve Blame

    Steve Blame ist der neue Entertainment-Kolumnist bei MSN. Der britische TV-Moderator war von 1987 bis 1994 Redakteur bei MTV Europe und Sprecher der MTV News. 2010 veröffentlichte er seine Erlebnisse im Bereich Sex, Drugs und Musik-Biz. In seiner MSN-Kolumne "Blame on ..." wird der Brite die aktuelle Fernsehlandschaft unter die Lupe nehmen und die User hinter die Kulissen von MTV & Co. blicken lassen. Wer könnte das besser als er!? (Foto: Olivier Favre)

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Steve Blame
Blame On ... Die wöchentliche Kolumne

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