Steve Blame ist der neue Entertainment-Kolumnist bei MSN. Der britische TV-Moderator war von 1987 bis 1994 Redakteur bei MTV Europe und Sprecher der MTV News. 2010 veröffentlichte er seine Erlebnisse im Bereich Sex, Drugs und Musik-Biz. In seiner MSN-Kolumne "Blame on ..." wird der Brite die aktuelle Fernsehlandschaft unter die Lupe nehmen und die User hinter die Kulissen von MTV & Co. blicken lassen. Wer könnte das besser als er!? (Foto: Olivier Favre)
Blame on … Games
Aufgrund lautstarker Kritik hat RTL (und hoffentlich auch andere) endlich realisiert, dass sie die Macht und Bedeutung dieser angeblichen Minderheit unterschätzt haben und dass hinter den Spielern eine mächtige, allerorts vertretene Industrie steht, die sowohl Frauen als auch Männer gleich welcher Altersgruppe anspricht. Um einige Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, werden jetzt einmal einige Märchen aufgeklärt.
Gewalttätige Spiele machen Spieler gewalttätig
Eine von der medizinischen Fakultät für psychische Erkrankungen der Harvard Universität durchgeführte Studie hat zusammen mit weiteren Forschungen gezeigt, dass es keine direkte Verbindung zwischen einem gesteigerten Gewaltverhalten und dem Spielen von Videospielen gibt. Ebenso wie bei Filmen oder anderen Formen der Unterhaltung, gibt es auch bei Videospielen ein effektives Bewertungssystem. In einem im Jahre 2008 erschienenen Artikel der USA Today wurde darüber berichtet, dass Forscher der American Psychological Association bei einem Kongress in Boston darauf hingewiesen haben, dass Videospiele sogar sehr gute Lernmittel darstellten. Sie hoben in einem bestimmten Fall sogar eine Verbesserung des wissenschaftlichen Denkvermögens hervor.
Spiele gehören einer zu vernachlässigenden Industrie an
Laut einer 2010 in Europa durchgeführten Studie der ISFE (Gamevision), spielen insgesamt 24,1% der Erwachsenen in Europa. Mehr als 95 Millionen Erwachsene spielen in Europa regelmäßig Videospiele. Im Jahr 2009 setzte die Spieleindustrie über 8 Milliarden Euro in Europa um, wobei der Umsatz von Jahr zu Jahr steigt.
Spiele sind nur etwas für männliche Teenager
Auch falsch. Laut der selben Studie spielen 30% der 30-49 jährigen Europäer Videospiele. Interessant ist, dass 31% aller Männer und 20% aller Frauen spielen. In den Vereinigten Staaten berichtet die Entertainment Software Association, dass 26% der über 50-Jährigen Videospiele spielen.
Spielen ist nur etwas für sozial Gestörte
Die selbe Studie hat gezeigt, dass 78% aller Spieler gerne einkaufen gehen, und nur ein Prozent weniger gerne zum Essen ausgehen. Die große Mehrheit der Spielenden liebt anregende Gespräche, sage und schreibe 92%. Interessanterweise gaben 58% der spielenden Eltern an, auch mit ihren Kindern zu spielen. Spiele können aber auch eine soziale Seite haben, wie es wohl jeder bezeugen kann, der schon einmal an Weihnachten Wii gespielt hat und von der 87-jährigen Oma im Golf gnadenlos geschlagen wurde.
Nun zur Frage, ob alle Spieler übel riechen oder nicht. Dazu kann ich nicht mehr sagen, als dass der Gestank von schlechtem Journalismus der Schlimmste von allen ist.
Letzte Woche: Blame on ... ein Ex sein und "Die Alm"

Steve Blame ist der neue Entertainment-Kolumnist bei MSN. Der britische TV-Moderator war von 1987 bis 1994 Redakteur bei MTV Europe und Sprecher der MTV News. 2010 veröffentlichte er seine Erlebnisse im Bereich Sex, Drugs und Musik-Biz. In seiner MSN-Kolumne "Blame on ..." wird der Brite die aktuelle Fernsehlandschaft unter die Lupe nehmen und die User hinter die Kulissen von MTV & Co. blicken lassen. Wer könnte das besser als er!? (Foto: Olivier Favre)
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