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zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 6. Dezember 2012 | Von Eric Leimann, .

Bryan Ferry: The Jazz Age

Bryan Ferrys Werk "The Jazz Age" ist mit Sicherheit eines der ungewöhnlichsten Pop-Produkte des Jahres: Der Roxy Music-Gründer und "Old Time Music"-Liebhaber spielt die eigenen Hits der letzten vier Dekaden im Stil und Sound der 20-er Jahre.


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Bryan Ferry: The Jazz Age - 1

Man stelle sich Bryan Ferry als eine Art besser aussehende Version von Woody Allen vor. Sie lädt Freunde zum Tee, teilweise sind es alte musikalische Weggefährten. Einige von ihnen haben den 67-jährigen Gastgeber auf musikalischen Stationen wie dem 1972 entstandenen "Virginia Plain" oder auch dem 85-er-Smash-Hit "Slave To Love" an ihren Instrumenten begleitet. Nun legt der Mann mit dem immer noch vollen Haar eine alte Platte auf - wahrscheinlich Vinyl. Es ertönt im dünnen Sound der Prä-Rock'n'Roll-Ära: ein dudeliges, aber warmes Saxofon. Hier und da rollen tief im gefühlten Rauschen ein paar Piano-Intros, wie von Altvater Duke Ellington gespielt. Die Tee-Gäste wundern sich nicht, schließlich ist Bryan Ferry bekannt dafür, Kenner und Fan der 20-er Jahre zu sein. Wahrscheinlich hat er mal wieder eine Rarität ausgegraben. Doch plötzlich kommen beim Auspressen der Zitrone - wir sind immer noch beim Tee - Zweifel auf. War das nicht eben ...? Spielte die alte New-Orleans-Jazzband da nicht gerade "Don't Stop The Dance"? Und das jetzt: Klingt es nicht wie "Love Is The Drug"?

Bryan Ferry liebte es während der Produktion von "The Jazz Age", Freunde und Bekannte mit dem Auflegen seiner neuesten musikalischen Streiche - welch Doppelbedeutung - zu verwirren. Tatsächlich ist diese 37 Minuten und 40 Sekunde kurze Platte zum Teil auch ein Ratespiel. Gerade jene Hörer, die von Bryan Ferry oder Roxy Music vielleicht nur zwei, drei Titel kennen, werden sich anfangs schwer tun. Die bekannten Melodien tauchen kurz auf, manchmal auch erst spät, und werden ansonsten der Interpretation durch eine beängstigend authentisch aufspielenden Retro-Band anheimgestellt.

Weil das aufspielende "The Bryan Ferry Orchestra" auch so produziert ist, als hätte man es in den 20-ern aufgenommen, klingt das Ganze für heutige Pop-Ohren maximal verwirrend. Doch mit jedem weiteren Hören des Albums gewinnt dieser dünne New-Orleans-Sound an Wärme und Farbe. Irgendwo zwischen Louis Armstrong, dem Popgiganten seiner Zeit, und Duke Ellington, dem Meister der Verfeinerung, wollte Ferry 42 Jahre nach seinem ersten Hit "Virginia Plain" diese Musik angesiedelt wissen. Die Musiker, die auf "The Jazz Age" spielen, agierten bereits auf dem 1999-er Album "As Time Goes By", auf dem sich Ferry Stücken der 30-er und 40-er Jahre widmete.

"The Jazz Age", auf dem weder Bryan Ferrys Stimme noch ein von ihm gespielter Ton zu hören ist, ist mit Sicherheit eine der radikalsten Popideen des Jahres. Damit das Album im Sinne Ferrys auf dem favorisierten Vinyl-Format funktioniert, hielt er das Werk mit knapp 38 Minuten entsprechend kurz: Er spricht von A- und B-Seite, nur zwei Stücke überschreiten die Vierminuten-Grenze. Künstlerisch betrachtet sind die 13 Stücke - von den 1973-er Roxy Music Klassikern "Do The Strand" oder "The Bogus Man" bis hin zu "Reason Or Rhyme" vom 2010 erschienenen Album "Olympia" - jedoch mehr als eine skurrile Idee.

(Fortfahren)

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