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zuletzt aktualisiert: Dienstag, 16. März 2010 | Von Kati Hofacker

Andrew Lloyd Webber: Love Never Dies - Phantom der Oper 2

Eine gute Aufführung? Nur Andrew Lloyd Webber selbst ist von der Qualität seiner "Phantom der Oper"-Fortsetzung überzeugt.


Andrew Lloyd Webber: Love Never Dies - Phantom der Oper 2 - #1 (© c _teleschau, der mediendienst)
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Andrew Lloyd Webber: Love Never Dies - Phantom der Oper 2 - #1

Es gibt doch kein schöneres Lob als Eigenlob! Und darf man sich von ganzem Herzen freuen, dass Andrew Lloyd Webber bei der Londoner Uraufführung seines neuen Musicals "Love Never Dies" (Die Liebe stirbt nie) am 9. März 2010 sah, dass es gut war, und sprach: "Ich habe vergangene Woche über mein Werk nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass das Musical eine gute Aufführung ist!" Die Kritiker waren da ganz anderer Meinung: "Die Todesszene am Ende ist so langatmig, dass sie die Euthanasiedebatte wieder aufleben lassen wird", giftete ein Londoner Kritiker nach der Premiere der Fortsetzung seines Erfolgsmusical "Das Phantom der Oper". Wer sich davon überzeugen will, dem sei diese Doppel-CD ans Herz gelegt.

Auch Phantom-Fans witzeln in Foren über die bodenlose Kitsch-Orgie - was Webber aber nicht davon abhält, nach längerem Nachdenken zu entschließen, dass das Werk gut war. Die zweitschönste Sache nach Eigenlob aber ist ja zweifelsfrei Selbsterkenntnis, und so beglückt uns Andrew Lloyd Webber mit einem weiteren originellen O-Ton zum Sequel vom "Phantom der Oper": "Es hatte so ein langweiliges Ende, sodass ich ihm deine Fortsetzung schrieb!" Langweiliges Ende? Und was ist mit dem Rest? Aber lassen wir das ...

Webber braucht sich über sein Phantom an sich nicht beklagen: Es existiert in 15 Übersetzungen und wurde aus uns unerfindlichen Gründen von bereits 100 Millionen Menschen gesehen. Auch "Love Never Dies" handelt also auch vom Phantom, die Geschichte spielt allerdings zehn Jahre später und im Vergnügungspark von Coney Island/ New York. Dort geistert es herum, und die Musik, die Webber um die Handelnden herumrankt, entpuppt sich wirklich als gnadenlose Kitsch-Seifenoper voller Intrigen und Absurditäten. Die Sänger selbst bewegen sich im rosa Rauschen zwischen Belcanto und Popgesang und brauchen sehr, sehr lange, bis der Spannungsbogen überhaupt erst einmal anfängt, sich aus dem Schlaf zu dehnen. Dazu kommt: Wenn man die Ur-Phantom-Story nicht kennt, blickt man nicht durch, wer hier mit wem und warum anstellt.

Apropos Kitsch: Wer die Single 'Til I Hear You Sing', vom Phantomdarsteller Ramin Karimloo kennt, weiß, was hier gemeint ist: Nur Adoro schmalzen schlimmer! Wie stark, meine Damen und Herren, darf ein Vibrato sein? Karimloos' Stimmgewackel geht nicht nur in der Tonhöhe hoch und runter, sondern sogar in der Tonstärke fester und zarter, raus und rein sozusagen, sodass es klingt, als ob Karimloo weint. Aber natürlich bietet die Jahrmarktatmosphäre des Settings auch (wenige) munterere, originellere Lieder und beeindruckende Tracks wie etwa "What A Dreadful Town" in der vierten Szene des ersten Aktes. Insgesamt bleibt aber leider nur festzustellen, dass am 11. November das Musical in New York eröffnet, ab 2011 in Australien und es bestimmt auch bald bei uns läuft. Und es steht zu befürchten, dass sich zwar nicht 100, aber bestimmt 50 Millionen weitere Menschen Webbers Kitsch nicht widerstehen können.


Weitere Infos unter:

Artistpage
Homepage des Musicals "Love Never Dies"

Andrew Lloyd Webber: Love Never Dies - Phantom der Oper 2
VOE:12.03.2010
Label/Vertrieb:Polydor - UID/Universal
Bewertung:keine Wertung
EAN Code:0602527247939

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