MSN UnterhaltungMSN Unterhaltung
. (© (c) teleschau - der mediendienst)
zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 6. Dezember 2012 | Von Sabine Metzger, .

Kesha: Warrior

Kesha wandelt sich von der Dance-Göre zur Pop-Kriegerin.


Kesha: Warrior - 1 (© c teleschau - der mediendienst)
Weiter
Zurück
Zurück
  • Kesha: Warrior - 1 (© c teleschau - der mediendienst)
Weiter
c teleschau - der mediendienstVorschaubilder anzeigen
1 von 1
Kesha: Warrior - 1

Die Lage scheint düster. Das "Manager Magazin" befragte vor Kurzem Personalchefs zum Thema Berufseinsteiger. Die Bosse gaben sich verzweifelt: Die sind doch gut ausgebildet, die jungen Leute, und trotzdem wollen sie keine Karriere, sondern einfach nur einen halbwegs interessanten Job und vor allem viel Spaß haben. Was das jetzt mit Kesha zu tun hat? So ziemlich alles. Die 25-Jährige, die vor zwei Jahren mit "Tik Tok" ihren ersten Hit landete, darf noch als Berufseinsteiger gelten. Und auch ihr geht es bei ihrem zweiten Longplayer "Warrior" vor allem um Ausgehen, Trinken, Spaß. Dabei könnte sie vielleicht, wie sie immer wieder durchblitzen lässt, durchaus Großes leisten.

Kesha schreibt, was mittlerweile im Popbusiness ja nur noch bedingt üblich ist, ihre Songs und Lyrics größtenteils selbst und ist auch an der Produktion beteiligt. Und tatsächlich, die kann was. Der erste Verdacht keimt bereits beim Anhören der Single "Die Young", die sich mit ihrem geschmeidigen Refrain fast ebenso vehement im Gehörgang festbeißt wie anno 2010 "Tik Tok", dort aber wesentlich willkommener ist.

Beim vierten Track "Thinking Of You" ist die Sache dann klar. Das Gerüst des Songs ist eine süße Racheballade, wie sie ähnlich auch vom Countrypop-Herzchen Taylor Swift kommen könnte. Doch darauf wuchtet Kesha dann fleißig aggressive Drums, eine dicke Glitterkruste, ein kleines Synthie-Sößchen und garniert das Ganze dann noch mit Autotune-Effekten und Kraftausdrücken. Die Frau kann eben nur mit allem und scharf. Oder besser: Sie will es so. Kesha ist oder wäre gerne eines der "Crazy Kids", die sie im gleichnamigen Song besingt: eine der stärkeren Produktionen des Albums, die ein sympathisch schräges Pfeifen, Akustikgitarre und einen dicken Dubstep-Bass zu einem erstaunlich schlüssigen Song vereinen - eine Hedonismus-Hymne mit melancholischer Note.

In ihren Songs verleiht Kesha ihrer Lust an Sex, Alkohol und Glitter ganz offen Ausdruck - und ist dabei in der Wortwahl nicht immer zimperlich. Den untreuen Liebhaber in "Thinking Of You" beschimpft sie als "Slut" und schleudert ihm - neben anderen Unfreundlichkeiten - noch ein ebenso saftiges wie sinnfreies "Suck my dick!" hinterher. Was bei männlichen Popstars längst zum Standard gehört, wird selbst im Jahr 2012 noch zum Skandal, wenn eine junge Frau es ausspricht: Kesha gehört zu den meistgehassten Popkünstlern im Netz. Viele erregen sich über ihr Image, das im Grunde nur deshalb zum Trash zählt, weil Frauen kein Bier zu trinken haben und die Fellatio nicht selbst einfordern dürfen.

(Fortfahren)

Sponsored Links

neue Stories

msn auf Facebook

Partnerangebot