Sigur Rós: Valtari
Eines neues Album von Sigur Rós? Nein, das ist keine Sensation mehr. Denn von einer Band wie den Isländern, die sich seit Beginn ihrer Karriere so in ihren eigenwilligen Klangkosmos vergraben hat, erwartet man keine Neuerfindungen mehr. Eine Lawine in Zeitlupe, so die Band, sei "Valtari" geworden. Aber hätte diese Beschreibung nicht auch auf frühere Werke gepasst? Ja. Ihr sechstes Studioalbum knüpft nahtlos an die Vorgänger an, die den mystisch schwebenden Rock-Sound der Isländer begründeten.
Die größte Sensation? Das Album markiert das Ende einer längeren, selbst auferlegten Pause, die bereits Ende November 2011 mit dem Livealbum "Inni" endete. Ansonsten kleiden Sänger Jónsi Birgisson und seine Band in über 50 Minuten Spieldauer acht Songs mit vagen und meist taktlosen Klangflächen aus. Entrückte Gesänge treffen auf Synthesizer-Flächen, Geräusche und undefinierbare Klänge vereinen sich zu einem zeitlosen Ganzen. Ein Sound, den man beinahe schon als die isländische Klangästhetik schlechthin bezeichnen könnte.
Elfenkönigin Björk wirkt im Vergleich fast streng und fokussiert, wenn die vier Herren ihre Mischung aus Shoegaze, Ambient, Post-Rock und entfernten traditionellen Folk-Klängen aus den Lautsprechern hauchen. Sigur Rós bleiben nach wie vor in sicherer Entfernung zum gewöhnlichen Rock-Kontext. Genauso wie sie nie richtig ins mystische Ethno-Umfeld gepasst haben, dem die Band immer mal wieder allzu leichtfertig zugerechnet wird. Dem einzigen Ursprung, dem diese Isländer nacheifern, ist der eigene. Es ist Musik aus einem Land, in dem zum Schutz der Elfen Straßenumgehungen gebaut werden. In dem es fauchende Geysire gibt. Und in dem diese Musik auch wie eine Lawine über den unvorbereiteten Zuhörer hineinbrechen kann.
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| Sigur Rós: Valtari | |
|---|---|
| VOE: | 25.05.2012 |
| Label/Vertrieb: | Parlophone/EMI |
| Bewertung: | akzeptabel |
| EAN Code: | 5099962355520 |
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