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Bär Läsker: Der Mann mit den anderen Plänen

Bild: www.musikwirtschaft.de
Bär, erinnerst Du Dich an Deinen allerersten Kontakt zu den Fantastischen Vier?
Bär Läsker: Mit Musik hatte ich immer was zu tun. Ich war seit Ende der 70er-Jahre Discjockey und hatte meine große Zeit so Mitte der 80er-Jahre. Irgendwann brach dann aber die schwäbische Mentalität durch. Ich dachte mir: DJ, das machst du nicht, bis du 60 bist. So eröffnete ich einen Plattenladen - und wollte auch ins Musikbusiness, Platten produzieren, solche Dinge. Der Laden war da eine ganz gute Brücke. Erste Auslandsdeals, erstes Faxgerät, das war schon was. Und da kam immer dieser Typ im vollgesprühten Audi 80 und kaufte die ganzen HipHop-Importe. Das war Michi Beck. Der drückte mir irgendwann ein Demoband in die Hand. Das fand ich extrem außergewöhnlich - deutschen Rap, sogar mit deutschen Samples! Ich bot ihnen an, ihr Manager zu werden - und sie sagten zu ...
War das denn ein Fulltimejob?
Läsker: Anfangs natürlich nicht. Ich übernahm nebenher die Geschäftsführung von ein, zwei Diskotheken, tagsüber machte ich das Marketing für einige weitere Clubs. Das wurde dann doch schnell eine recht stressige Geschichte. Volle Kanne dieser Nachtleben-Sumpf, tagsüber der ganze Orga-Kram, die Fantas - der Plattenladen ging natürlich vor die Hunde! Das war sehr aufregend, aber schon auch sehr stressig. Irgendwann, nach knapp einem Jahr ging das alles auch nicht mehr. Die Jungs brauchten auch so etwas wie eine Perspektive, mussten wissen, was aus ihren Lebensplänen werden sollte. Da setzten wir uns dann in meinem alten WG-Zimmer zusammen und sagten: Hey, wir machen das jetzt richtig.
Bis mit den Erfolgen auch mal Geld in die Kasse kam, war das vermutlich eine ziemlich lange Durststrecke ...
Läsker: Naja, man hatte eben irgendwie sein Auskommen. Das waren aber schon auch Zeiten, wo man nachts zur Mutter fuhr und die Tiefkühltruhe plünderte.
Was verschaffte Dir damals die Sicherheit, dass es funktionieren würde?
Läsker: Die Sicherheit, die hat man als Manager nie. Ab dem Moment, in dem man eine Band nicht nur als Kunst, sondern auch als Unternehmen sieht, brauchst du Kraft, Energie, Zuversicht. Und eine gewisse Art von Glauben. Ich besaß immer das Gottvertrauen, dass das irgendwann funktionieren würde, dass ich irgendwann meinen ersten Porsche fahren würde. Dieses Vertrauen in meine Fähigkeiten, das hatte ich auch, als ich von der Schule flog. Mein Vater drängte mich immer, eine Ausbildung zu machen - schon damals blieb ich stur, sagte, ich hätte andere Pläne.
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