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zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 22. November 2012 | Von Stefan Weber, .

"Ich bin mindestens in der fünften Pubertät!"

Pur-Sänger Hartmut Engler über nervige Telefonate, die Vorzüge der Provinz, Fern- und Heimweh, gesunden Lebenswandel und seinen geruhsamen Lebensabend.


Eine der erfolgreichsten Bands Deutschlands: Pur veröffentlichen "Schein & Sein". - 1 (© © Ben Wolf Universal)
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  • Eine der erfolgreichsten Bands Deutschlands: Pur veröffentlichen "Schein & Sein". - 1 (© © Ben Wolf Universal)
  • Pur-Sänger Hartmut Engler schätzt die Vorzüge eines Lebens in der Provinz: "Der Wohnort ist etwas, das Ruhe hineinbringt, das ein normales Familienleben überhaupt erst ermöglicht." - 2 (© © Ben Wolf Universal)
  • Hartmut Engler fühlt sich mit 50 "in der fünften Pubertät" und "so wie ich lebe, eigentlich noch nicht angekommen." - 3 (© © Ben Wolf Universal)
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Eine der erfolgreichsten Bands Deutschlands: Pur veröffentlichen "Schein & Sein".

Pur sind eine der erfolgreichsten Bands Deutschlands. 1975 als Schülerband Crusade gegründet, ist die Formation aus der schwäbischen Kleinstadt Bietigheim-Bissingen inzwischen aber auch eine der dienstältesten. An einen Rückzug ins Private, zu Lebensgefährtin Katrin und seinen beiden Söhnen, denkt Pur-Sänger Hartmut Engler (50) aber noch lange nicht. Im Gespräch nennt er Vorbilder: "Ein Bob Dylan krächzt inzwischen auch nur noch, die Leute respektieren das aber, weil er gute Inhalte vermittelt." Auf ihrem neuen Album verhandeln Pur das Thema "Schein & Sein". Im Interview spricht Engler über die Suche nach Echtheit, gemütliche Abende auf der Couch, den Freizeitstress seiner Kinder und nervige Handygespräche.

msn: Im Song "Hohlraumversiegelung" singen Sie die Zeile "Schluss mit dem gequatschten Stuss". Schalten Sie im Fernsehen bei Talkshows um?
Hartmut Engler: Ab und zu. Wobei es im Text ja auch heißt: "Wir sind umzingelt von Gelaber". Den Fernseher kann ich ja abschalten. Aber es gibt ja auch andere Situationen: Man sitzt in der Kneipe, im Restaurant, im Zug, man wartet irgendwo mit vielen Leuten, die dann ihre Handys herausnehmen. Dann bekommt man diese halben Gespräche mit - in einer Lautstärke, bei der man sich denkt: Guter Mann, ruf doch später zurück! Mich interessiert nicht, dass die Tante Gertrud gestern Geburtstag hatte!

msn: Nervt Sie auch das Gerede in politischen Talkshows? Schauen Sie sich die überhaupt an?
Engler: Äußerst selten. Da muss schon das entsprechende Thema kommen, wie zuletzt Christian Wulff. Das interessierte mich, weil auch die Medienseite in der ganzen Affäre beleuchtet wurde. Das ist für mich ein spannendes Thema, weil ich als Künstler ja auch oft in solche Themen verstrickt bin. Ich habe vielleicht mehr Verständnis dafür, wenn jemand unter Beschuss die Nerven verliert, als der normal arbeitende Mensch. Aber wenn da vier Leute sitzen und es wieder um den Euro geht, dann habe ich herzlich wenig Lust, das anzusehen. Weil ich das Gefühl habe, da wird nicht wirklich was gesagt.

msn: Um diesen Themenkomplex dreht sich auch das neue Album "Schein & Sein". Sie erklärten vorab, dass der Titel sogar noch vor der Fertigstellung der Songs feststand. Das ist ungewöhnlich ...
Engler: Ich habe mich meinen ganzen Werdegang hindurch immer wieder mit dem Thema "Image" beschäftigt. Inwieweit - und das wird man immer wieder gefragt - ist das, was man macht, "ehrlich" oder "aufgesetzt"? Der Grundgedanke war, damit zu spielen. Kreativität braucht "Schein", ganz klar. Aber im echten Leben ziehe ich das "Sein" vor.

msn: Heutzutage wird ja gerne "Authentizität" proklamiert. Die Menschen scheinen immer mehr nach dem "Echten" zu suchen - und es im Landleben finden zu wollen. Spüren Sie diesen Trend auch?
Engler: Wir sind ja wirklich in der Provinz aufgewachsen. Ich sag immer: Ich bin einmal umgezogen - vom Dorf in die Großstadt. Von Ingersheim mit 5.000 Einwohnern nach Bietigheim mit 40.000 Einwohnern. Ich erlebe es da, dass dort immer noch alles sehr klar, deutlich und echt ist. Da bin ich auch derjenige, der mal in der Jogginghose einkaufen geht. Wenn ich dann weggehe, nach München und Berlin etwa, bringt mich das in eine andere Welt. Die Leute, mit denen ich da zu tun habe, die leben anders, lesen trendige Magazine, schauen nach dem Zeitgeist. Wir ziehen uns dann gerne in dieses Leben zurück, wo das alles keine Rolle spielt.

(Fortfahren)

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