
Pixie Lott weiß, was sie will.
Behütet ist sie aufgewachsen, im idyllischen Kent, hat im Kirchenchor gesungen und wurde von ihren Eltern nach Kräften unterstützt. In einem Alter, wo andere Mädels sich gerade an ihre Zahnspangen gewöhnen, ergatterte Pixie Lott bereits ein Stipendium an einer renommierten Bühnenschule, sang in Londoner West-End-Musicals und schaffte den Sprung nach New York City. «If You Can Make It There...»
Richtiges Karriere-Girl, diese Pixie Lott, die nun ihr Debütalbum «Turn It Up» vorlegt, das nun wirklich kein Schnellschuss ist. Immerhin ist die «Kleine» schon Jahre im Musik-Business unterwegs, irgendwann traf sie den dreifachen Grammy-Gewinner L.A. Reid, auch wenn sie dafür einen Zahnarzttermin erfinden musste. Die Schummelei hat sich gelohnt.
Für ihr Debütalbum ist sie angeblich 18 Monate um die Welt gereist, um mit den besten Produzenten und Songwritern zu arbeiten. Vielleicht kommt ja deshalb ihre perfekt produzierte Platte ein wenig wie ein Gemischtwarenladen daher: für jeden Geschmack ist etwas dabei. Was ja für eine 18-Jährige schon mal nicht so schlecht ist.
Der Opener, ihre erste Single «Mama Do», könnte beim «Wer-wird-die- nächste-Amy-Winehouse-Wettbewerb» einen der vorderen Platz belegen, bei «Cry Me Out» knistert es am Anfang wie bei altem Vinyl, dann folgt eine schön altmodische Soul-Nummer, fast wie bei Motown. Mit «Band Aid» und dem Titelsong kommen wir wieder in moderne Popgefilde, und «Boys And Girls» entpuppt sich dann als richtiger Disco-Knaller. «Gravity» ist eine kraftvolle Ballade über Liebesglück und Beziehungsstress, sehr adrett kommt auch ihr «Jack» daher, bevor es dann akustisch und traurig wird in «Nothing Compares».
Einen Aussetzer gibt es nicht auf diesem Debütalbum, die 13 Songs sind schwer okay, auch wenn man die persönliche Handschrift von Pixie Lott noch nicht so recht erkennt. Aber dies kann bei dieser Ballung von Talent ja noch kommen. Die junge Frau hat noch alle Zeit der Welt.






















