Adoro sehen sich als klassische Boyband (von links): Jandy Ganguly, Assaf Kacholi, Laszlo Maleczky, Nico Müller und Peter Dasch.

Adoro sehen sich als klassische Boyband (von links): Jandy Ganguly, Assaf Kacholi, Laszlo Maleczky, Nico Müller und Peter Dasch.

Das Klassik-Pop-Crossover-Quintett Adoro brach im letzten Jahr aus dem Nichts einige Rekorde. Mit ihrem Debüt "Adoro" ernteten sie Doppel-Platin und rutschen auf die Pole-Position der deutschen Charts. Pünktlich zum zweiten Release und zum Auftakt der Tournee "Für immer und dich" verrieten Peter Dasch, Assaf Kacholi und Jandy Ganguly im Interview, warum auch auf sie das Label Boygroup passt.

Ginge es nach Peter Dasch (zweiter von links), hätten Adoro schon längst ein Lied der Ärzte gecovert.

Ginge es nach Peter Dasch (zweiter von links), hätten Adoro schon längst ein Lied der Ärzte gecovert.

Peter Dasch: Wir hatten über verschiedene Quellen von diesem Projekt erfahren. Es wurden klassische Sänger gesucht, die deutsche Popsongs interpretieren. Mich hat das sehr interessiert. Zuerst mussten wir eine klassische Arie vorsingen und dann einen Popsong.

Adoro haben kein Problem mit Coverversionen: "Wir singen ja nur Bekanntes, auch in der Oper. Wir sind als Klassikmusiker per se Coverkünstler und keine Komponisten. Wir covern Mozartopern."

Adoro haben kein Problem mit Coverversionen: "Wir singen ja nur Bekanntes, auch in der Oper. Wir sind als Klassikmusiker per se Coverkünstler und keine Komponisten. Wir covern Mozartopern."

Dasch: (lacht) Ich habe mich schon immer für beide Genres interessiert. Ich habe sowohl E-Gitarre gespielt und in einem A-cappella-Projekt Pop gesungen als auch klassische Musik studiert. Beides zu verbinden, fand ich spannend. Gerade Annette sagte: "Geh doch hin, das ist doch genau das Richtige für dich!"

Wie es sich für eine Boygroup gehört, sind auch alle Sänger von Adoro Single: "Wir sind solo, weil es für uns die letzten anderthalb Jahre unmöglich war, jemanden kennen zu lernen, geschweige denn, eine bestehende Beziehung aufrecht zu halten."

Wie es sich für eine Boygroup gehört, sind auch alle Sänger von Adoro Single: "Wir sind solo, weil es für uns die letzten anderthalb Jahre unmöglich war, jemanden kennen zu lernen, geschweige denn, eine bestehende Beziehung aufrecht zu halten."

Jandy Ganguly: Interessanterweise habe ich noch keine negativen Meldungen gehört, nur positive Resonanz! Es gibt bestimmt Leute, die Adoro nicht so toll finden, aber es gibt viel Respekt auch von Kollegen.

msn: Bekanntlich ist es schwer, im Klassikbetrieb Fuß zu fassen. Hattet Ihr vorher wenig Chancen?

msn: Wieso bevorzugt Ihr es, Lieder zu covern?

Ganguly: Außerdem gibt es so wunderbare Melodien im deutschen Pop, es hat uns gereizt, diese völlig anders, klassisch zu interpretieren. Wir singen die ja nicht nur nach, wir machen aus ihnen Arien aus der Puccini-Ära.

Ganguly: Nie. Nena umarmte uns sogar nach einer TV-Sendung, in der wir ihr "Liebe ist" gesungen haben. Es hat ihr gut gefallen.

Kacholi: Das ist dasselbe, genau wie die Leute sagen, Boyzone sind Take-That-Epigonen. Es gibt immer mehrere Ausformungen ein- und desselben Gedankens. Wir sind auch eine Boyband und singen Popsongs in klassischem Arrangement. Aber gerade mit Il Divo kann man uns nicht vergleichen, denn sie haben Popsänger dabei und haben mehr Arrangements mit spanischem Flavour, wir hingegen arrangieren eher in die Richtung großes Symphonieorchester. Rein klassisch.

Dasch: (lacht) Wir leben alle in Berlin, in einzelnen Wohnungen und sind alle solo.

Ganguly: (lacht) Peter und ich sind eh Berliner, die anderen haben sich jeder eine eigene Wohnung genommen. Aber den Daumen hält unser Manager trotzdem drauf (lacht). Wir machen sehr viel zusammen: Kaffee trinken, ins Kino gehen, aber dann ist es gut, wenn man abends in seine eigene Wohnung gehen und abschalten kann. Und wir sind wirklich solo, weil es für uns die letzten anderthalb Jahre unmöglich war, jemanden kennenzulernen, geschweige denn, eine bestehende Beziehung aufrecht zu halten.

Ganguly: Laszlo hört manchmal sehr laut Musik, die auch durch die Kopfhörer schrillt, aber sobald man ihm das sagt, macht er's leise.

Kacholi: Kamillentee trinken und die Raucher meiden.

msn: Könnt Ihr als Coverkünstler von Eurer Musik leben? Ihr müsst ja das Wenige auch noch durch fünf teilen.

Dasch: Außerdem haben wir ja auch die Konzerteinnahmen und Fans, die sich die Musik nicht aus dem Internet ziehen.

Dasch: Die Ärzte. Ich bin großer Ärzte-Fan. Eine Bekannte von mir singt bei Farin im Background, sie sollte echt mal versuchen, den Kontakt herzustellen.

Dasch: Ich glaube, Farin ist da sehr sehr cool. Das Einzige, was ich nicht könnte, wäre, von meiner Belcanto-Stimme wegzugehen, also plötzlich die Rockröhre zu mimen. Aber Belcanto mit Punk-Arrangement, das fände ich gut.

Dasch: Dabei würde sich "Junge" oder "Lass die Leute reden" doch wirklich eignen ...

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