Arno lässt die Zukunft weit hinter sich

Gar nicht altersmilde: Der belgische Singer/Songwriter Arno. Foto Danny Willems
Jetzt legt dieser so gar nicht altersmilde Singer/Songwriter sein neues Album vor, nennt es schön paradox «Future Vintage», und überrascht mit seinem Zorn und seiner Zärtlichkeit. Großartig diese Spannweite: Da brüllt er sich in dem brachialen Gassenhauer «I Don't Believe» seinen Frust heraus, und legt mit dem zerbrechlichen «Chanson D'Amour» eine traumwandlerisch schön intonierte Ballade nach. Es ist schon so: Das Englische ist bei Arno eher Krawall zuständig, das Französische für die Emotionen. Aber auch hier ist er nicht dogmatisch.
Eigentlich wollte Arno das neue Album erst 2013 herausbringen, aber er war einfach zu ungeduldig. Sechs Monate im Studio eingesperrt zu sein, ist einfach nichts für ihn. Nachdem er die Songs im Prinzip fertig hatte, fuhr er nach England und ging zwei Wochen mit John Parish, dem langjährigen musikalischen Gefährten der großen PJ Harvey («Let England Shake»), ins Studio. Der Feinschliff bei reichlich Tee hat den Songs gut getan, «Future Vintage» ist auch musikalisch ein starkes Statement gegen die Lethargie geworden. Und das Albumcover ist ein Kunstwerk für sich. Arno mag die Surrealisten, der Fisch auf dem alten Plattenspieler trifft den Geist eines René Magritte.
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