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zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 22. November 2012 | Von Sabine Metzger, .

Offen unverfroren

Rihanna veröffentlicht "Unapologetic"


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Rihanna kennt keine Pausen: "Unapologetic" ist ihr siebtes Album innerhalb von sieben Jahren.

Es waren nur drei Sekunden - das reichte für einen kleinen Skandal. Nachdem Rihanna bei den diesjährigen MTV Video Music Awards den Preis für das beste Video des Jahres entgegengenommen hatte, machte sie auf dem Weg zurück zu ihrem Platz einen kleinen Umweg: Chris Brown bekam ein flüchtiges Küsschen und eine Umarmung. Harmlos, eigentlich. Wäre Chris Brown nicht der Mann, der sie drei Jahre zuvor krankenhausreif geprügelt hatte, wegen Körperverletzung verurteilt wurde und zeitweise eine Mindestdistanz von 45 Metern zu Rihanna zu wahren hatte. Das Echo war enorm: Für Rihanna hagelte es Kritik von Opferverbänden häuslicher Gewalt, von tatsächlichen und selbsternannten Experten und so ziemlich jedem Promiblogger im Netz. Für sie kein Grund nachzugeben. Im Gegenteil: Auf ihrem neuen Album "Unapologetic" (auf Deutsch etwa: "Unverfroren", VÖ: 19.11.) singt sie auch noch ein Duett mit Brown, in Interviews spricht sie seit Monaten nur gut über ihn. Beobachter sind verwirrt bis verstört ob ihrer großmütigen Haltung: Darf die das? Egal - die macht das einfach.

Rihanna ist ihre eigene Fame-Fabrik, die ständig neue Produkte auf den Markt wirft. Seit ihrem Debütalbum 2005 hat sie fast jedes Jahr eine neue Platte veröffentlicht, "Unapologetic" ist die siebte. Für Promo-Auftritte, Konzerte und Festivals fliegt sie kreuz und quer über den Globus. So viel, dass sie selbst gelegentlich die Orientierung verliert, wie sie kürzlich der US-Ausgabe der "Vogue" verriet. "Meine Assistentin weckte mich, und ich fragte: 'In wessen Zimmer bin ich hier? Warum bin ich in diesem Zimmer?'", erzählte sie da über einen Hotelaufenthalt in Tokio und ergänzte: "Ich weiß nie, welcher Wochentag gerade ist. Nie, nie, nie." Der letzte Clou: Ein "Sieben Konzerte in sieben Ländern in sieben Tagen"-Marathon anlässlich der Veröffentlichung von "Unapologetic".

Aber bei der Musik hört es noch lange nicht auf. Obwohl ihr Leinwanddebüt "Battleship" Anfang des Jahres floppte, wird die 24-Jährige voraussichtlich im Sommer 2013 in einer Weltuntergangskomödie wieder im Kino zu sehen sein. Dazu hat sie - was mittlerweile wohl zur Standardausstattung gehört - eine eigene kleine Parfümreihe. Als Werbefigur lieh sie ihr Gesicht in Anzeigenstrecken bisher Marken wie Nike, Gucci und Giorgio Armani. Und für kleineres Geld gibt's die Erwähnung in ihrem Facebook-Account: "Ihr wollt mehr über Rihannas Outfits in ihrem 'Saturday Night Live'-Auftritt wissen? Wir haben da was für euch: Während der 'Diamonds'-Performance trug sie eine Armeejacke von Carhartt, ein Armeekleid von Adam Selman, Ohrringe von ..." Eigentlich könnte man erwarten, dass das Publikum durch den pausenlosen Rihanna-Reigen irgendwann ermüdet, doch das ist - zumindest bisher - nicht der Fall: 37 Millionen verkaufte Alben, sechs Grammys und ein (vom US-Magazin Forbes) geschätztes Jahreseinkommen von 53 Millionen Dollar geben ihrer Strategie der Dauerpräsenz Recht.

Rihanna weiß um ihren Marktwert, und sie hat ihr Image fest in der Hand. Anders als Kolleginnen wie etwa Lady Gaga aber trennt sie ihre Bühnenpräsenz nicht von ihrem Privatleben. Im Gegenteil: Sie hat ihre Persönlichkeit zum Teil der Marke gemacht. Das zeigt sich auch in dem ständigen Twittergewitter, mit dem sie fast jeden ihrer Schritte kommentiert und ihren Fans, die sie liebevoll "RiRi" nennen, gelegentliche Einblicke hinter die Kulissen gewährt. Da darf dann die ganze Welt auch mal Schnappschüsse aus dem Urlaub sehen. Einen großen Schritt weiter ging sie im Sommer dieses Jahres, als sie mit Kult-Talkerin Oprah Winfrey über die Brown-Affäre sprach. "Ich verlor meinen besten Freund", sagte sie unter Tränen. "So wütend ich auch war, mir war klar, dass er diesen Fehler machte, weil er Hilfe brauchte. Und wer würde ihm helfen? Jeder würde sagen, er sei ein Monster, ohne der Ursache auf den Grund zu gehen."

(Fortfahren)

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