Mordkommission Istanbul: Mord am Bosporus

Kommissar Mehmet Özakin (Erol Sander) ist dem Killer auf der Spur. (Bild: ARD Degeto/Gokce Pehlivanoglu)

Für die Exoten im Krimigeschäft bleibt somit der Donnerstagabend. Die Themen für Commissario Brunetti (Uwe Kockisch) in Venedig oder Kommissar Mehmet Özakin (Erol Sander) in Istanbul steuern die Romanvorlagen der Autorinnen Donna Leon beziehungsweise Hülya Özkan bei.

An diesem Donnerstag (20.15 Uhr) ist mit der Story «Mord am Bosporus» der zweite ARD-Krimi aus der Reihe «Mordkommission Istanbul» an der Reihe. Den ersten Film, «Die Tote in der Zisterne», hatten 5,88 Millionen Zuschauer gesehen. Von einem nach Istanbul ausgelagerten «Tatort» möchte Hauptdarsteller Sander, der als kleiner Junge von der Türkei nach Deutschland kam, nicht reden. Die gute Unterhaltung und die hohe Authentizität seien ihm im Krimi wichtig.

Eine verschleierte Frau betritt beim «Mord am Bosporus» ein Nobelhotel in Istanbul. Kurz darauf liegt der wohlhabende Wäschereibesitzer Hüseyin Akdamar (Hüseyin Bul) erstochen in seiner Suite. Der verheiratete Geschäftsmann war hier unter falschem Namen mit einer Frau verabredet. Akdamars Witwe Yelda (Nursel Köse) wirkt seltsam gefasst. Sie wusste von den Seitensprüngen ihres Mannes und suchte Trost in der Religion.

Für Kommissar Mehmet Özakin ist sie verdächtig, doch auf Anweisung seines Vorgesetzten Yilmaz (Erden Alkan) verfolgen er und sein Assistent Mustafa (Oscar Ortega Sánchez) eine andere Spur: Das ukrainische Zimmermädchen Ludmilla Dobrynska (Nadeshda Brennicke), das sich als Prostituierte einen Nebenverdienst sicherte, war mit Akdamar verabredet und ist seither verschwunden.

Als die Polizei den Banker Faruk Soydan (Turgay Dogan) aus dem Bosporus fischt, der wie Akdamar mit einem auffällig gravierten Dolch ermordet wurde, deutet alles auf einen Serientäter hin. Özakin findet heraus, dass auch Soydans Frau nicht glücklich verheiratet war, und konzentriert seine Ermittlungen auf das populäre Internetportal «Süheyla», das Frauen mit Eheproblemen berät. Liegt hier der Schlüssel zur Aufklärung der Morde?

Die ARD will künftig häufiger die türkische Metropole Istanbul zum Mord-Schauplatz machen. Erol Sander soll nach den Vorstellungen von Filmproduzentin Regina Ziegler und der ARD-Firma Degeto in seiner Rolle als Kommissar Mehmet Özakin jährlich zwei Krimis in der Reihe «Mordkommission Istanbul» drehen. Beabsichtigt sei dabei auch eine Zusammenarbeit mit dem türkischen Fernsehen.

Im Oktober begannen die Dreharbeiten für den dritten Fall, «In deiner Hand», der wieder nach einem Roman der Autorin Hülya Özkan entsteht. Dann spielen in Gastrollen Barbara Wussow und Sibel Kekilli mit. In Istanbul sei ein Dreh nicht sehr einfach, sagt Ziegler, zumal Verabredungen für Drehorte kurzfristig umgeschmissen würden und andere unvorhergesehene Dinge passierten. «Umso mehr drängt es uns aber wieder dorthin.»