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Zwei Fliegen mit einer Klappe
"Özakin" - der Nachname des Kommissars kommt Erol Sander inzwischen so selbstverständlich von den Lippen, als wäre er ein echter Polizist am Bosporus. Doch für deutsche Zuschauer scheint ja gerade der Reiz darin zu liegen, dass der Mann ein Deutscher ist, wenn auch türkischstämmig. Auch bei den anderen Figuren des Familienkrimis "Mordkommission Istanbul", der nun mit "Blutsbande" unter der Regie von Michael Kreindl in seine sechste Episode geht, hat man sich längst an das türkisch eingefärbte Hochdeutsch des gemischten Teams gewöhnt. Selbst dem spanischstämmigen Sidekick Oscar Ortega Sánchez, der einem bleichen Buster Keaton immer näher rückt, nimmt man die ungewohnte Polizistenrolle gerne ab.
Schade nur, dass die ohnehin nicht allzu tief schürfenden Fälle immer belangloser werden. Dabei sollte Istanbul, die Schwellenstadt am Rande Europas doch eine gute Quelle für brisante Stoffe sein - und nicht bloß eine pittoreske Kulisse aus Meerenge, Topkapi und Minaretten.
Wie das Vorbild "Kommissar Brunetti" versucht auch "Mordkommission Istanbul" zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, also die Sightseeingtour mit dem Kriminalfall zu vereinen. Das klappte zuletzt immerhin so gut, dass die Krimireihe mit meist über fünf Millionen Zuschauern donnerstags sogar gelegentlich den Eurofußball in den anderen Programmen schlug. Schade, dass sie ausgerechnet auf dem neuen Samstagstermin abzuflachen droht.
Gerade noch auf der Bosporusbrücke in Aktion, findet im neuen Fall der halbwüchsige Schuhputzer beim Bad im funkelnden Meer eine Leiche, die sich später als Überrest eines dubiosen Baulöwen erweist. Bald wird dann auch noch ein Archäologe über den Haufen gefahren, der mit dem Immobilienhai in engem Zusammenhang zu stehen scheint. Dabei sind doch gerade die archäologischen Funde einem geplanten neuen Einkaufsviertel empfindlich im Wege.
























