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Mittwoch, 26. September 2012

Blame on … Ruhm

Letzte Woche habe ich beim Reeperbahn Festival in Hamburg eine Talk-Show namens "Blame 'n' Fame" rund um das Thema "Ruhm" moderiert. Unter den Gästen waren Peter Jenner, Mark Kates, Russel Simins und Ben Challis.


Peter Jenner hat seit über 45 Jahren Erfahrung als Musik-Manager und kann sich unter anderem damit rühmen, eine Vielzahl bekannter Bands geleitet zu haben: Da wäre die erste Formation der Band Pink Floyd, T-Rex, als Marc Bolan noch am Leben war und Ian Dury. Doch auch heute ist er noch aktiv und Manger von Billy Bragg. Mark Kates war in diversen Bereichen tätig, hat dafür gesorgt, dass Beck und Elastica bei Geffen Records unter Vertrag genommen wurden und hat in seiner Position im A&R mit Nirvana und Hole gearbeitet. Darüberhinaus gründete er mit Fenway Recordings seine eigene Firma, die heute viele Musiker betreut und unterstützt. Russel Simins arbeitet als Schlagzeuger bei der Band Jon Spencer Blues Explosion. Der britische Anwalt Ben Challis, der sich auf den Bereich Musikentertainment spezialisiert hat, vertritt das Glastonbury Festival, das wohl berühmteste Musikfestival der Welt.

Im Lexikon wird das Wort "Ruhm" definiert als eine Person oder eine Sache mit hohem Ansehen. Aber der Begriff steht auch für etwas oder jemanden, der einen guten Ruf in der Öffentlichkeit hat und geschätzt wird. Betrachtet man das Wort also in diesem Licht, dann war meine Talkshow ruhmreich, obwohl – mit der Ausnahme von Simins – der Großteil der Leser wahrscheinlich noch nie von meinen Gästen gehört hat. Die anderen drei, Jenner, Kates und Challis würden sich selbst wohl auch nicht als berühmt bezeichnen, wenngleich Peter Jenner mal gesagt hat, dass er denkt, er wäre vielleicht berühmt. Außerdem glaubt Jenner, dass viele Künstler sich nach Ruhm sehnen, weil sie das Gefühl haben, dass sie dadurch einerseits all ihre Probleme lösen könnten und ihnen andererseits die Möglichkeit gegeben wird, alles zu bekommen, was sie vom Leben wollen – Geld, Erfolg, Aufmerksamkeit und Sex. Selbstverständlich hat Simins dem zugestimmt und gesagt, dass es genau diese erfüllten Träume sind, die das Publikum an den Stars so liebt und sie so fasziniert.

  • Steve Blame

    Steve Blame ist der neue Entertainment-Kolumnist bei MSN. Der britische TV-Moderator war von 1987 bis 1994 Redakteur bei MTV Europe und Sprecher der MTV News. 2010 veröffentlichte er seine Erlebnisse im Bereich Sex, Drugs und Musik-Biz. In seiner MSN-Kolumne "Blame on ..." wird der Brite die aktuelle Fernsehlandschaft unter die Lupe nehmen und die User hinter die Kulissen von MTV & Co. blicken lassen. Wer könnte das besser als er!? (Foto: Olivier Favre)

Bedauerlicherweise, so Jenner, bringt Ruhm auch eine Vielzahl von Problemen mit sich und löst in keiner Weise die Probleme, die der Star vielleicht zu Anfang schon gehabt hat. Doch das wirklich Interessante am Ruhm ist für mich die Tatsache, dass er auf einer Wahrnehmung basiert, die sich ständig ändert. Ruhm ist relativ. Ein Künstler kann mehr oder weniger berühmt sein, als seine Zeitgenossen – die Musikmanager reißen sich darum, ihre eigenen Künstler ganz oben auf die Liste der großen Festivals zu setzen. Wie gesagt – Ruhm ist relativ. Und genau diese Relativität des Ruhmes kann zu ungewöhnlichen Problemen führen. Ich erinnere mich daran, dass ich ein mal vor vielen Jahren Jimmy Somerville beim Montreux Jazz Festival interviewte. Während des Interviews, das außerhalb des Veranstaltungsortes stattfand, sah ich ganz plötzlich, wie hinter Jimmys Rücken Sting aus einer Tür trat und hinter Jimmy vorbei ging. Natürlich war Sting viel berühmter als Somerville, und da es sich hierbei vielleicht um meine einzige Chance handelte, Sting vor die Kamera zu bekommen, stand ich mir nichts dir nichts auf, befahl dem Kamerateam mir zu folgen und rannte mitten im Interview davon, um Sting noch zu erwischen. Ich ziehe meinen Hut vor Jimmy, denn er ist tatsächlich sitzen geblieben und als ich wieder kam, lachte er nur über die Situationskomik. Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Stars so wie er reagiert hätten. Ruhm ist für die meisten von ihnen eine zu ernste Angelegenheit, als dass sie damit scherzen würden. Doch Ruhm ist oft auch ein kurzlebiger Zustand. Das ist wohl auch das größte Problem am Ruhm – sobald ein Star berühmt ist, wäre es für ihn oder sie das Schlimmste auf Erden, diesen Ruhm wieder zu verlieren. Obwohl Peter Jenner Witze darüber machte, berühmt zu sein, war es doch interessant zu sehen, dass keiner meiner geladenen Gäste ihre Karriere mit der ihrer Stars, mit denen sie zusammengearbeitet haben, eintauschen würde, um deren weltweiten Ruhm zu erlangen. Doch Simins würde niemals an den Punkt in seinem Leben zurück wollen, an dem er noch unbekannt war.

Letzte Woche: Blame über das Alter der Social Media-Nutzer

Steve Blame - Die offizielle Website

 

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